Auf der Via Claudia Augusta von München nach San Marino   18.08. - 08.09.2018

Anscheinend glaubt nicht jede/r, dass ICH das Tagebuch schreibe. Hier ist das Beweisbild !
Anscheinend glaubt nicht jede/r, dass ICH das Tagebuch schreibe. Hier ist das Beweisbild !

Samstag, 18. August 2018

So, heute soll also nun die lang geplante Alpenüberquerung mit unseren VELOTRAUM-Rädern beginnen. Gestern hatten wir schon gepackt und den Neffen des Greyhound die Wohnung übergeben. Die Beiden wollen die nächste Zeit Bonn und Umgebung unsicher machen, Tauchen, Wasserski fahren und zur Gamescom in Köln. Da kam es ihnen gerade recht, dass wir Drei verschwinden.

Die Fahrt nach München verlief problemlos und nach einem kurzen Zwischenstopp in Pforzheim und Stärkung bei SUBWAY erreichten wir am Nachmittag unser vorgebuchtes Hotel „Petri“ im Stadtteil Laim. Unser Zimmer ist groß und liebevoll eingerichtet.

Die Greyhoundin hatte im Laufe des Tages immer stärkere Halsschmerzen bekommen, weshalb ich sie sofort ins Bett schickte. Sie wird hoffentlich nicht krank werden ! Der Greyhound und ich räumten unser Auto in der Zwischenzeit aus, richteten die Räder für den Beginn der morgigen Tour her und sahen uns die Route für morgen an.

Als die Greyhoundin zu uns kam, machte ich mir innerlich ein wenig Gedanken, denn ganz fit sah sie nicht aus. Aber sie meinte, dass es ihr besser ginge und wir nun essen gehen sollten.

Wir befolgten den Tipp der Rezeptionistin und gingen in das Gasthaus „Gotthardgarten“. Da wir in Bayern sind, hatte es natürlich auch einen Biergarten. Mit leckeren bayrischen Speisen und (alkoholfreiem) Bier stärkten wir uns unter den ausladenden Ästen eines Baumes, auch wenn die Speisen reichlich Fett hatten. Aber der Greyhound meinte, dass es mit einer Enzym-Tablette schon ginge. 

Wieder im Hotel, schlief die Greyhoundin schnell ein.

 

Sonntag, 19. August 2019

(München – Landsberg am Lech 55 km)

Wir haben heute Nacht sehr gut geschlafen. Der Greyhoundin geht es schon viel besser. Ich habe gute Hoffnung, dass sie die heutige Tour gut überstehen wird.

Das sehr leckere und reichhaltige Frühstücksbuffet sorgte dafür, dass wir gut gestärkt unsere erste Etappe in Angriff nehmen konnten. Gestern Abend hatte ich mir die Route für heute eingeprägt. Nachdem ich meinen traditionellen Platz im Fahrradkorb bezogen hatte, lotste ich die beiden Greyhounds auf Nebenstrecken aus München hinaus.

Dieser Teil des Weges hat uns gefallen !
Dieser Teil des Weges hat uns gefallen !

Etwa nach der Hälfte der Strecke erreichten wir den Ammersee. Der Greyhound zog die Badehose an und wollte baden gehen. Aber ach, der See war maximal 50 cm tief. Erst viel weiter draußen hätte es die Möglichkeit zum Schwimmen gegeben. So erfrischte er sich nur kurz.

Unser Zwischenziel - der Ammersee
Unser Zwischenziel - der Ammersee

Anschließend gingen wir in den nebenan gelegenen Biergarten und stärkten uns bei Leberkäse, Bier, Brezeln und Kartoffelsalat.

Die weitere Strecke nach Landsberg am Lech war nicht so schön. Zum einen ging es an einer - zwar wenig befahrenen - Landstraße entlang und zum anderen mussten wir die ersten Steigungen überwinden.

Gegen 15:00 Uhr erreichten wir Landsberg am Lech.

Die Stadt begrüßt uns mit dem sehr schönen Bayer-Tor
Die Stadt begrüßt uns mit dem sehr schönen Bayer-Tor

Die Greyhoundin besorgte uns in der Tourist-Information eine Unterkunft im Hotel Schafbräu. Nachdem wir unser Zimmer bezogen hatten, duschten wir uns alle drei erst einmal kalt ab, denn die Sonne hatte unsere Körper heute gut erwärmt. Anschließend erkundeten wir die Stadt. Unser erstes Ziel war die Stadt-Pfarrkirche. Sie war offen und so konnten wir den sehr schönen Innenraum genießen.

Anschließend stärkten wir uns auf dem Marktplatz mit einem großen Eisbecher. Bei der jetzigen Temperatur war das eine Wohltat.

Weiter ging es über die Karolinenbrücke auf die andere Seite des Lechs. Von dort hatten wir einen sehr schönen Blick auf das Lechwehr.

Landsberg am Lech mit dem Lechwehr
Landsberg am Lech mit dem Lechwehr

Unser Stadtrundgang führte uns am Mutterturm vorbei wieder zurück in die Innenstadt. Dort gab es viele schön restaurierte alte Stadttore zu besichtigen.

Das Bäckertor
Das Bäckertor

Nachdem wir genug von der Stadt gesehen hatten, ließen wir den Abend auf der Dachterrasse unseres Hotels ausklingen. Später dann gingen wir in das italienische Restaurant, welches zum Hotel gehörte.

Lecker war es und die Portionen waren mehr als reichlich. Naja, so haben wir morgen genug Kalorien, die uns helfen, nach Füssen zu kommen.

Die Greyhoundin legte sich gleich ins Bett. Der Greyhound und ich checkten noch kurz die Strecke für morgen. Danach meldete auch er sich ab. So setzte ich mich eben alleine hin und schrieb unser Tagebuch.

 

Montag, 20. August 2018

(Landsberg am Lech - Füssen 87 km)

Das Frühstück im Hotel wurde nicht als Buffet serviert. Wir bekamen abgezählt jeder zwei Brötchen, eine kleinen Teller mit Wurst und Käse sowie Marmelade. Dazu gab es ein Joghurtbecherchen, ein Glas Orangensaft und zwei Tassen Kaffee. Auf Wunsch bekamen wir auch mehr Kaffee. Dem Greyhound fehlte sein Müsli schon sehr. Aber es ließ sich nun mal nicht ändern.

Wir kamen etwas früher als normal los und gegen 9:30 Uhr erreichten wir die Via Claudia Augusta – unsere Route bis nach Italien. Sie war gut ausgeschildert und verlief meistens auf sehr gut ausgebauten Wegen.

Tolles Wetter, gute Wege, klar erkennbare Ausschilderungen - wir freuen uns auf unsere Tour !
Tolles Wetter, gute Wege, klar erkennbare Ausschilderungen - wir freuen uns auf unsere Tour !

In Schongau stärkten wir uns als Ersatz für das Mittagessen mit einem großen Eisbecher. Bei der warmen Temperatur war es eine richtige Wohltat. Anschließend fotografierten wir noch ein bisschen die Stadt.

Hinter Schongau begann das Alpenvorland. Das bedeutete für uns regelmäßige Anstiege und wieder Abfahrten. Unterwegs knackten wir die 800 Höhenmeter Marke bei der Nachbildung eines alten römischen Meilensteins.

Unterwegs kühlte ich mich regelmäßig mit kaltem Wasser ab. War das eine Wohltat !
Unterwegs kühlte ich mich regelmäßig mit kaltem Wasser ab. War das eine Wohltat !
In Roßhaupten sollte es eigentlich eine multimediale Darstellung der Via Claudia Augusta geben. Wir fanden allerdings nur ein kleines Zimmerchen vor, in dem einige Ausstellungsstücke vorhanden waren. So fuhren wir gleich weiter am Forggensee entlang nach Füssen. Der See selbst ist nur ein Schatten seiner selbst, da er nur sehr wenig Wasser führt.
Auch an diesem trocken gefallenen Segelclub kamen wir vorbei. Hier werden offensichtlich schon lange keine Boote an den Stegen festgemacht.
Auch an diesem trocken gefallenen Segelclub kamen wir vorbei. Hier werden offensichtlich schon lange keine Boote an den Stegen festgemacht.
Auch die Badestelle ist sehr weit vom Ufer weg, aber dafür .....
Auch die Badestelle ist sehr weit vom Ufer weg, aber dafür .....
..... waren die Beschilderungen gut gemacht.
..... waren die Beschilderungen gut gemacht.

Wir mussten schmunzeln, als wir an ein Schild kamen, auf dem geschrieben stand, dass der See im Sommer reichlich gefüllt ist und im Winter nur ein dünnes Rinnsal sein soll. Haben wir jetzt schon Winter? Nein, des Rätsels Lösung ist, dass dieses Jahr die Staumauer saniert werden muss und deshalb der See nicht aufgestaut ist.

In Füssen angekommen, suchten wir ein Hotel für heute Nacht. Beim ersten Hotel erschraken wir über den Preis, denn die Nacht sollte einschließlich Frühstück etwa 160 € kosten.

Im Hotel Bräustüberl fanden wir dann ein günstigeres Zimmer für knapp über 100 €.

Nachdem wir uns geduscht hatten, gingen wir in die hübsch hergerichtete Altstadt von Füssen. Zum Glück ist sie nicht besonders groß, so dass wir heute alle Sehenswürdigkeiten besichtigen konnten. Besonders gefallen hat uns die Sankt Mang-Kirche sowie die Heilig-Geist-Spital-Kirche.

Nach dem Abendessen, welches zwar lecker, aber nichts herausragendes war, gingen wir ins Bett. Meine Greyhounds legten sich gleich hin und lasen etwas. Ich übernahm wieder die Aufgabe des Tagebuchschreibens.

 

Dienstag, 21. August 2018

(Füssen - Heiterwang 31 km)

Ab heute teilen wir Drei uns die Erkältung der Greyhoundin - getreu dem Motto: Geteiltes Leid ist halbes Leid ! Vorallem meine große Nase läuft, ohne dass ich schnell genug ein Taschentuch zur Hand habe. Aber jammern gilt nicht !

Zunächst fuhren wir zu den Königsschlössern. Das Schloss Hohenschwangau hatten wir noch nie besichtigt. Dank einem Tipp der Touristinformation stellten wir uns in die sehr kurze Warteschlange für reservierte Tickets und Hohenschwangau an und hatten sofort unsere Tickets für eine Führung um 12 Uhr. Die Wartezeit bis dahin verbrachten wir am Ufer des Alpsees und im Schlossgarten.

Mutig wie ich bin stieg ich im Alpsee auf einen Stein, fiel aber nicht hinein
Mutig wie ich bin stieg ich im Alpsee auf einen Stein, fiel aber nicht hinein

Nach der informativen Führung durch das sehr schön restaurierte Schloss nahmen wir Abschied von Deutschland und fuhren auf der Via Claudia Richtung Reutte in Tirol. Der Weg war gut ausgeschildert. Wir mussten uns nur daran gewöhnen, dass das Zeichen für den Radweg etwa Briefmarkengröße hatte.

Kurz hinter Reutte wechselten wir auf einen Schotterweg Richtung Heiterwang. An sich nichts Schlimmes, aber die Steigung war so groß, dass wir schieben mussten. Selbst der Motor der Greyhoundin schaffte es nicht. Aber wir knackten die 1.000 Meter Höhenmarke !

Nach der Burgenwelt Klause hatte der Radweg dann zwar Teerbelag, aber 14 % Steigung erwartete uns. Dank Motor-Unterstützung schaffte es hier die Greyhoundin, aber der Greyhound musste mit meiner tatkräftigen Unterstützung nach einigen Metern schieben - seine Luft reichte wegen der Erkältung nicht.

Wir schieben gemeinsam !
Wir schieben gemeinsam !

Der weitere Weg nach Heiterwang ließ sich dann wieder gut fahren und so erreichten wir am Nachmittag unsere vorgebuchte Unterkunft Alpengruss. Hier duschten wir, ruhten uns bis zum Abendessen aus und ich versuchte mit einem sehr schwachen und immer wieder zusammenbrechenden Internet erfolglos unser Tagebuch auf unsere Homepage zu stellen.

Das Abendessen nahmen wir im Gasthof "Post" ein. Hier klappte es auch mit dem Internet :-)

Anschließend verzogen wir Drei uns in unser Bett und hoffen auf weniger tropfende Nasen morgen.

 

Mittwoch, 22. August 2018

(Heiterwang - Fernpass - Imst 51 km)

Die Stille der Nacht war unbeschreiblich. So etwas kennen wir in unserem überbevölkerten Nordrhein-Westfalen überhaupt nicht. Gar nichts, aber auch rein gar nichts war zu hören. Dennoch schliefen wir aufgrund unserer Rotznasen nicht so gut. Naja, es kann nur besser werden.

Nach dem Frühstück fuhren wir los. Der heutige Tag könnte in Kurzfassung auch als "Auf und Ab" beschrieben werden, denn zunächst kletterten wir auf 1.200 m hoch, um danach wieder auf 1.000 m herunter zu fahren. Anschließend kam der Fernpass, welcher mit 1.270 m nicht zu verachten war. Der Schotterweg von unserer Seite aus ließ sich gut fahren, auch wenn stellenweise die Steigung schon eine Herausforderung für den Greyhound darstellte, da er ohne Motorunterstützung unterwegs ist.

Maus stärkt sich mit Almdudler
Maus stärkt sich mit Almdudler
Na, dann wollen wir mal den Fernpass in Angriff nehmen
Na, dann wollen wir mal den Fernpass in Angriff nehmen
Der Weißensee auf dem Weg zum Fernpass auf 1.080 Metern Höhe
Der Weißensee auf dem Weg zum Fernpass auf 1.080 Metern Höhe
So, den Fernpass haben wir bezwungen !
So, den Fernpass haben wir bezwungen !
Am Fernpass angekommen, war die Greyhoundin enttäuscht, denn irgendein böser Zeitgenosse hatte den Stempel aus dem dafür vorgesehenen Kästchen entfernt. So gab es keinen Stempelabdruck in ihr Radbüchlein. Die Abfahrt vom Fernpass war nicht so schlimm, wie wir es uns gedacht hatten. Der Schotterweg war relativ einfach zu befahren und hatte keine großen Steinbrocken. Dafür war das Gefälle schon eine Herausforderung. Auch die Breite der Strecke war manchmal mehr für sportliche Mountainbiker gedacht als für Radtouristen. Nach links unten durfte man auch nicht schauen, denn dort ging es ohne Sicherung den steilen Hang hinab. Aber wir schafften es und waren eine kurze Zeit später 400 Höhenmeter tiefer. Wären wir von Süd nach Nord gefahren, hätten wir dieses Teilstück schieben müssen, denn zum Fahren war es eindeutig zu steil.
Nach dem staubigen Weg hoch zum Fernpass war das klare Gebirgswasser eine Wohltat !
Nach dem staubigen Weg hoch zum Fernpass war das klare Gebirgswasser eine Wohltat !
Da es noch früh am Tag war, beschlossen wir, heute bis Imst zu fahren. Unsere Entscheidung wurde uns erleichtert, da sämtliche Restaurants auf der Strecke wegen Mittagsruhe geschlossen hatten.

In Imst angekommen, suchten wir eine Unterkunft. Die günstigen waren bereits alle belegt. So mussten wir ins Hotel Stern gehen, welches damit unsere bislang teuerste Unterkunft auf dieser Tour darstellt. Der Himmel hatte sich mittlerweile bewölkt und so zogen wir es vor, bis zum Abendessen unseren Körpern Ruhe zu geben.

Nach dem Abendessen gingen wir in das hoteleigene Dampfbad und pflegten unsere Atemwege. Mittlerweile sind die Halsschmerzen verschwunden, der Rotz läuft auch nicht mehr so fürchterlich, aber unsere Bronchien machen - vorallem dem Greyhound - noch Probleme. Naja, auch das werden wir überleben.

Zum Abendessen blieben wir im Hotel. Der arme Greyhound verzichtete freiwillig auf sein geliebtes Weißbier und trank stattdessen Pfefferminztee zum Abendessen. Ich glaube, ihm geht es richtig schlecht.

 

Donnerstag, 23. August 2018

(Imst - Pfunds 53 km)

Wir Drei haben (fast schon) gut geschlafen. Unsere Beschwerden werden immer weniger - wenn nur der trockene Husten nicht wäre. Deshalb teilten wir uns nach dem leckeren Frühstück auf: Ich ging mit der Greyhoundin ein bißchen durch Imst spazieren, auch wenn der nahezu vollständig bedeckte Himmel die Farben nicht so leuchten ließ. Der Greyhound besorgte in der Zwischenzeit Hustensaft, der für ihn gut verträglich ist.

Imst - berühmt für seine Kirchen und Brunnen und die „Geburtsstätte“ der SOS-Kinderdörfer
Imst - berühmt für seine Kirchen und Brunnen und die „Geburtsstätte“ der SOS-Kinderdörfer

Gegen 11 h kamen wir los. Unser Weg führte uns nun am Ufer des Inn entlang Richtung Süden. Bis Landeck hatten wir auch so etwas wie schönes Wetter.

In Landeck zwang ich meine Mitreisenden, endlich mal wieder eine Mittagspause mit einer vollwertigen Mahlzeit einzulegen und nicht immer nur Energieriegel (2 pro Person !) zu essen. Vielleicht kommt es mir nur so vor, aber der Greyhound isst zu wenig. Außerdem habe ich keine Lust, sein Fahrrad fahren zu müssen, nur weil er nicht mehr kann - dafür sind meine Beinchen viel zu kurz !

Nach dem Mittagessen donnerte es rings um uns herum und leichter Regen setzte ein. Und was machen meine Greyhounds ? Radeln im T-Shirt, als wenn Hochsommer ist ! Da musste ich erst einmal ein Machtwort sprechen, woraufhin sich beide ohne Widerworte ihre Regenjacken anzogen. Zum Glück friere ich nicht so leicht, da mein Fell und meine barocke Körperform (wehe, ich höre Gelächter - ich bin eben kein Hungerhaken) mich wärmen.

Die Strecke Richtung Pfunds war fast schon langweilig - Berge um uns herum, der Weg mal hoch, mal runter, Bauernhäuser und viel grün. Da waren wir froh um jede Abwechslung.

Die Beiden erregten unsere Aufmerksamkeit, da sie mit geschlossenem Maul meckerten
Die Beiden erregten unsere Aufmerksamkeit, da sie mit geschlossenem Maul meckerten
Es ist nicht mehr weit bis Pfunds - was bei dem einsetzenden Regen nicht schlimm ist
Es ist nicht mehr weit bis Pfunds - was bei dem einsetzenden Regen nicht schlimm ist

In Pfunds angekommen, fanden wir schnell unsere vorgebuchte Unterkunft „St. Lukas“. Nach einer ausgiebigen Dusche bzw. einem kurzen Saunagang waren wir bereit für das Abendessen. Mit vollem Bauch kehrten wir in unser Zimmer zurück. Während meine Greyhounds noch lasen, machte ich mich wieder an das Tagebuch.

 

Freitag, 24. August 2018

(Pfunds - Reschenpass - Laas 72 km)

Heute kommt der Höhepunkt - im wahrsten Sinne des Wortes, denn der Reschenpass will erklommen werden.

Bei bewölktem Himmel fuhren wir los. Die Strecke bis Martina wurde durch einen Blick auf die alte Zollstation Altfinstermünz unterbrochen (auf die wir von zwei Radlern aufmerksam gemacht wurden, die zufällig dort hielten). Ansonsten hatten wir nur Berge um uns herum :-)

.... und immer weiter hoch Richtung Martina
.... und immer weiter hoch Richtung Martina

In Martina angekommen, fiel dem Greyhound sofort das Werbeplakat des hiesigen Holzhandels auf: 4 Frauen in Dirndln lehnten lächelnd über einem Holzgeländer. Darüber stand folgender Text: "Wir haben viel Holz vor der Hütten, greifen Sie zu !" Herrlich, endlich mal wieder Werbung ohne die bei uns so gepriesene political correctness zu sehen (meinte der Greyhound - ich habe ihn nur zitiert).

Der schweizerische Zöllner winkte uns durch und so begann unser Aufstieg durch 11 Kehren. Die Strasse ließ sich gut fahren, die Steigung war auch ohne Motor gut zu schaffen und der Autoverkehr hielt sich auch in Grenzen. In den Kehren 9, 4 und 1 stoppten wir, um unseren Flüssigkeitsspiegel aufzufüllen.

Nach 1 1/4 Stunden erreichten wir Nauders und hatten damit den größten Höhenunterschied erfolgreich gemeistert.

Ich mache die beiden Greyhounds auf Schloß Naudersberg aufmerksam.
Ich mache die beiden Greyhounds auf Schloß Naudersberg aufmerksam.

Eine knappe weitere Stunde und wir hatten Italien erreicht und den Reschenpass erklommen. Leider fanden wir kein Hinweisschild, weshalb als Beweis ein Bildschirmschuss des iPhone herhalten muss.

Eigentlich schade, denn ich hatte extra mein Fell für das offizielle Passbild geputzt !

Das Wetter meinte es gut mit uns und so konnten wir den berühmten Kirchturm von Graun in der Sonne erleben.

Da sich hinter uns der Himmel aber immer mehr verdunkelte, machten wir, dass wir weiterkamen. Aber ab dem Haidersee wurden auch wir nicht vom Regen verschont. Zunächst stellten wir uns in einer Vogelbeobachtungshütte unter. Als es aber nicht besser werden wollte, fuhren wir den geteerten Radweg mit stellenweise bis zu 20 % Gefälle Richtung Burgeis. Dort machten wir im Hotel "Mohren" (schon wieder schmunzelte der Greyhound) unsere Mittagsrast.

Danach hatte es aufgehört zu regnen und wir sausten hinab ins Tal. Meine Ohren klappten richtig nach hinten, so schnell waren wir. 

Je weiter wir vorwärts kommen, umso mehr Apfelplantagen liegen links und rechts des Weges
Je weiter wir vorwärts kommen, umso mehr Apfelplantagen liegen links und rechts des Weges

In Laas bekamen wir ein Zimmer im Hotel "Schwarzer Adler". Nach Wäschewaschen, Duschen und Buchen eines Zimmers für morgen in Meran gingen wir in die hauseigene Pizzeria. Die Pizzen waren groß, aber die Greyhoundin meinte, dass ihre Pizza gestern abend in Pfunds besser gewesen sei. Dafür bekam der Espresso die Note 1 mit Stern !

Nachdem ich - wie üblich - das Tagebuch geschrieben hatte, legten wir unsere vollen Bäuche ins Bett. Es war ein anstrengender, aber schöner Tag gewesen.

 

Samstag, 25. August 2018

(Laas - Meran 42 km)

Trotz unserer vollen Bäuche haben wir ganz gut geschlafen. So waren wir schon vor 8:00 Uhr wach und fuhren nach dem (für italienische Verhältnisse) sehr reichhaltigen Frühstück direkt los.

Wie gestern säumen Apfelplantagen unseren Weg
Wie gestern säumen Apfelplantagen unseren Weg

Der Weg führte uns mehr oder minder ständig an der Etsch entlang. Da es stetig bergab ging, kamen wir sehr gut vorwärts. Um uns herum waren die meisten der Berge in Wolken gehüllt. Wir hofften, heute mal nicht nass zu werden. Aber ...

Hübscher Lichtblick: das Schloss in Kastelbell
Hübscher Lichtblick: das Schloss in Kastelbell
Sand aus der Etsch für die heimische Sandsammlung darf nicht fehlen
Sand aus der Etsch für die heimische Sandsammlung darf nicht fehlen

... kurz vor Meran wurden wir doch noch nass. Meran selbst begrüßte uns mit Dauerregen. Da wir unsere vorgebuchte Unterkunft "Garni Villa Betty" in der Nähe des Zentrums aber sehr schnell fanden, konnten wir uns gleich in unser Zimmer verziehen. Als der Regen nachgelassen hatte, bewaffneten wir uns mit einem Regenschirm und der Kamera und besichtigten die Innenstadt von Meran. Eigentlich wollten wir uns mit den typischen belegten Brötchen stärken. Da aber keines der Cafés, die wir aufsuchten, entsprechende Brötchen verkaufte, gingen wir zu Subways. Anschließend erkundeten wir anhand des Stadtplanes die wirklich schöne Innenstadt mit tollen Gebäuden und inklusive Sissi-Denkmal. Leider begann es wieder zu regnen, so dass wir oftmals eng umschlungen unter dem kleinen Regenschirm oder einem Konvent (bei toller Orgelmusik) Schutz finden mussten.

Am späten Nachmittag hatten wir genug gesehen, waren etwas durchgekühlt und gingen daher zurück zu unserer Unterkunft. Dort ruhten wir uns bis zum Abendessen aus.

Dieses nahmen wir im Brauereigasthof FORST zu uns. Als Vorspeise trauten wir uns an sauer eingelegtes Kalbshirn - vielleicht nutzt es etwas :-) Auch die Hauptspeisen sowie der üppige Nachtisch in Form einer Sachertorte waren nicht zu verachten. Anschließend rollten wir unsere vollen Bäuche durch den Dauerregen zurück in unser Zimmer. Morgen soll es besser werden - und mit diesem Gedanken schliefen wir ein.

 

Sonntag, 26. August 2018

(Meran - Mezzolombardo 79 km)

Der Regen hat aufgehört und die Sonne wird wieder zum vertrauten Anblick. Wir freuen uns ! Worüber wir uns weniger freuen, ist die fehlende Ausschilderung des Via Claudia Radweges. Natürlich ist der Weg nach Bozen an der Etsch entlang ausgeschildert, aber wir wollen ja den anderen Weg fahren. Und so musste ich meine Qualitäten als Navigator-Maus wieder unter Beweis stellen und die Greyhounds lotsen. Zum Glück habe ich die gpx-Datei daheim gespeichert, sonst hätte ich arge Probleme. So aber leitete ich die beiden, ohne dass wir uns verfuhren.

Noch begleiten uns Apfelplantagen. Je südlicher wir kommen, werden daraus mehr und mehr Rebstöcke
Noch begleiten uns Apfelplantagen. Je südlicher wir kommen, werden daraus mehr und mehr Rebstöcke
Eigentlich heißt es ja, dass die Kirschen aus Nachbars Garten besser als die eigenen seien - aber der Apfel, den wir unterwegs gepflückt hatten, hat uns Dreien nicht so gut geschmeckt
Eigentlich heißt es ja, dass die Kirschen aus Nachbars Garten besser als die eigenen seien - aber der Apfel, den wir unterwegs gepflückt hatten, hat uns Dreien nicht so gut geschmeckt
Bei dem Kaiser - entschuldigung: Kaiserinnen - Wetter (immerhin sind wir nicht nur auf der Via Claudia, sondern auch auf dem Kaiserin Maria Theresia Radweg unterwegs) strahlen wir Drei
Bei dem Kaiser - entschuldigung: Kaiserinnen - Wetter (immerhin sind wir nicht nur auf der Via Claudia, sondern auch auf dem Kaiserin Maria Theresia Radweg unterwegs) strahlen wir Drei

Bei Bozen entschieden wir uns, nicht in die Stadt abzubiegen, sondern uns bei einem kleinen Bioimbiss zu stärken. Anschließend erlebten wir den Zusammenfluss von Etsch (Farbe betongrau) und Eisack (Farbe braun) direkt an einer Brücke. Irre, wie schnell sich das mischt. Trotz der Wärme möchte ich aber kein Bad im Fluss nehmen, denn die Strömung ist für mich kleine Maus zu schnell.

Danach half uns kräftiger Rückenwind, mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 24 km/h ohne große Mühe beim Strampeln vorwärts zu kommen. Nach einem Eis-Stopp überquerten wir die Sprachgrenze und waren jetzt in der Region Trento. Ab jetzt ist italienisch gefragt :-( Aber wir werden es schon schaffen.

Bei Rovere verließen wir die Etsch und fuhren durch die Weinfelder.

Schmecken jetzt die weißen.....
Schmecken jetzt die weißen.....
.... oder die blauen Trauben besser ? Egal, denn das Ergebnis in Form des Weines und/oder Grappas zählt :-)
.... oder die blauen Trauben besser ? Egal, denn das Ergebnis in Form des Weines und/oder Grappas zählt :-)

In Mezzocorona besichtigten wir die Kirche und das nahezu ausgestorben wirkende Dorf, ehe wir nach Mezzolombardo weiterfuhren. Dort wird heute die Beendigung des Sommers gefeiert, weshalb alle auf den Beinen sind. Wir suchten aber erst eine Unterkunft und mit Hilfe einer Polizistin und einer weiteren Passantin fanden wir das B&B Villa Favorita in der Nähe des Zentrums. Ein altehrwürdiges Zimmer mit großem Marmorbad empfing uns ! Wir waren begeistert.

Nach dem Duschen meldete ich mich ab, denn ich war noch vom Mittagessen, dem Eis und dem Apfel pappsatt - und meiner Linie schadet es auch nicht, wenn ich das Abendessen ausfallen lasse. Meine Greyhounds aber zogen los.

Maus, Du hast etwas verpasst. Wir gingen also in die Stadt, aber alle Restaurants hatten zu. Dafür bestand die Innenstadt aus vielen Fressständen. Blöd nur, dass wir kaum eine Speisekarte lesen konnten, denn unsere Italienischkenntnisse sind sehr übersichtlich. Aber beim Volleyballclub fanden wir leckere Nudeln, Bacalau mit Polenta, den hiesigen Wein Teroldego und zum Abschluss Grappa und Kaffee. Lecker war es und mit der Sprache klappte es auch (irgendwie). Mit vollem Bauch kehrten wir zurück und fanden Dich schon schlafend vor, weshalb wir vor dem Schlafengehen noch schnell Deinen Part des Tagebuchschreibens  für heute Abend übernahmen.

 

Montag, 27. August 2018

(Mezzolombardo - Ala 80 km)

Bei booking.com wird das Frühstück in unserer Unterkunft sehr gelobt - wir können dem nicht so ganz zustimmen: aufgebackene Brötchen, Schmelzkäseecken, zwei gekochte Eier, ein bisschen Obst und ansonsten süße abgepackte Teichen und Joghurt - im Internet klang das anders. Aber wir aßen schön auf, damit das tolle Wetter uns erhalten bleibt.

Bis Trento ging es wie gestern durch eine sonnengeflutete schöne Landschaft. Hatten wir vor genau einer Woche die 800 Höhenmeter-Marke geknackt, unterboten wir heute die 200 Höhenmeter-Marke.

In Trento kamen wir kurz vor 12 Uhr an. Wir schoben unsere Räder durch die sehr sehenswerte Innenstadt. Leider hatte der Dom schon Mittagspause, weshalb wir ihn nur von außen ansehen konnten.

Unseren Hunger nach der Besichtigung von Trento stillten wir in einer kleinen Seitengasse. Hmmm, waren die Brötchen lecker !!
Unseren Hunger nach der Besichtigung von Trento stillten wir in einer kleinen Seitengasse. Hmmm, waren die Brötchen lecker !!

Da es noch früh am Tag war, fuhren wir weiter. Hatte uns gestern der Wind geschoben, kam er heute von vorne und bremste uns gehörig. Auch gab es weniger Weinfelder und Apfelplantagen zu sehen und der Weg auf dem Damm entlang der Etsch war auch nicht gerade ein optisches Highlight. Aber wir strampelten fleißig, denn was wir heute schaffen, haben wir schon morgen weniger zu treten auf dem Weg nach Verona.

Über diese futuristisch anmutende Brücke über die Etsch führte unser Radweg
Über diese futuristisch anmutende Brücke über die Etsch führte unser Radweg

In Rovereto stärkten wir uns mit einer leckeren großen Portion Eis und Coca-Cola. Danach fielen uns die letzten Kilometer bis Ala nicht mehr so schwer.

In Ala fanden wir sehr schnell das B&B Ai Vellutai. Der Preis war günstig und so endete die heutige Gegenwindtour nach 80 Kilometern mit einer Dusche.

Das Abendessen fand in einer Pizzeria statt. Die Pizzen waren lecker, die Caprese stellte einen guten Beginn dar, der Hauswein passte und am Ende die Rechnung ging auch in Ordnung. Jetzt sind wir auf die Preise von Verona gespannt !

 

Dienstag, 28. August 2018

(Ala - Verona 66 km)

Das Frühstück im Ai Vellutai sprengte alle Maßstäbe! So reichhaltig haben wir es bislang auf der Tour nicht gehabt. Leckere Kuchen ergänzten das übliche Angebot. Aber leider ist das Fassungsvermögen unsere Mägen begrenzt.

Der weitere Radweg Richtung Verona war total langweilig, da wir mehr oder minder ständig am Kanal der Etsch entlang fuhren.

Auf dem langweiligen Stück des Radweges entlang der Etsch-Kanals
Auf dem langweiligen Stück des Radweges entlang der Etsch-Kanals
Wir nähern uns Verona (ahnen aber noch nichts von der noch vor uns liegenden Steigung)
Wir nähern uns Verona (ahnen aber noch nichts von der noch vor uns liegenden Steigung)

Etwa 30 km vor Verona verließen wir den Kanal. Es begann eine Steigung, mit der wir nicht gerechnet hatten. Stellenweise waren es 10 % Steigung. Der Weg war zwar geteert und wir kamen relativ gut vorwärts, aber bei 30° im Schatten war es dennoch eine Herausforderung. Nachdem wir 80 Höhenmeter überwunden hatten, ging es rasant wieder bergab.

Ein letzter Blick zurück zu den Bergen, denn ab jetzt wird es bis San Marino flach sein
Ein letzter Blick zurück zu den Bergen, denn ab jetzt wird es bis San Marino flach sein

Der weitere Weg bis Verona führte uns durch kleine Dörfchen. Besonders interessant war hier nichts, weshalb wir bestrebt waren, möglichst schnell nach Verona zu kommen.

Dort angekommen, fanden wir sehr schnell unsere vorgebuchte Unterkunft Casa Isabella. Manuela erwartete uns schon und zeigte uns unser sehr hübsches Zimmer. Das Frühstück müssen wir uns selbst bereiten, allerdings stellt sie dafür alle Zutaten zur Verfügung. Wir hatten befürchtet, dass es sich hierbei nur um Süßigkeiten handelt. Aber weit gefehlt! Der Kühlschrank war voll mit Wurst und Käse sowie Joghurt und Saft. Damit kommen wir sehr gut zurecht. Immer wieder betonte sie, dass wir Bescheid sagen sollen, wenn uns etwas fehlt.

Nachdem wir geduscht hatten, begaben wir uns auf eine erste Runde durch Verona. Da wir in der Nähe der Arena wohnen, bestaunten wir zunächst diese. Um uns zu stärken, kauften wir zunächst ein Eis.

Kunstvoll drapiertes Eis vor der Arena von Verona
Kunstvoll drapiertes Eis vor der Arena von Verona

Witzig war, dass die Requisiten für die Oper Aida vor der Arena gelagert worden. So waren einige Sphinxe und Pharaonen vor der Arena aufgestellt. Aber auch für andere Opern waren die Requisitenaufgebaut, weshalb wir hübsche Fotos machen konnten.

Nach einem weiteren kurzen Rundgang gingen wir zurück in unsere Unterkunft. Für heute Abend hatten wir uns den Tipp von Manuela ausgesucht und aßen in der Trattoria "L'altra Colonna". Als Spezialität gibt es dort die hier typischen riesigen Schnitzel, welche mit Käse, Schinken oder ähnlichem belegt werden. Desweiteren ist hier die Spezialität Eselfleisch. Wir probierten beides und waren von unserem Essen mehr als satt geworden.

Wieder im Zimmer, lasen meine Greyhounds und ich schrieb das Tagebuch.

 

Mittwoch, 29. August 2018

(Verona 0 km)

Außer dem täglichen Müsli fehlte uns beim Frühstück heute Morgen nichts. Manuela hatte genug eingekauft, so dass wir uns ausreichend versorgen konnten.

Anschließend gingen wir zu Tourist Information und besorgten uns einen Stadtplan mit verschiedenen eingezeichneten Stadtrundgängen. Zwei davon gingen wir heute in aller Ruhe ab. Natürlich führte uns unser Weg auch am berühmten Haus der Julia vorbei. Wir konnten es nicht verfehlen, da Unmengen von Touristen sich dort aufhielten.

Mein Trick bei hübschen Frauen: Erst bezirzen, dann......
Mein Trick bei hübschen Frauen: Erst bezirzen, dann......
..... nicht zögern und ran ! Ich bin eben doch ein kleiner Schwerenöter :-)
..... nicht zögern und ran ! Ich bin eben doch ein kleiner Schwerenöter :-)

Nachdem der Greyhound dokumentiert hatte, wie ich mich gegenüber hübschen Frauen verhalte, gingen wir weiter und fuhren mit dem Aufzug auf den Torre dei Lamberti hoch. Dort hatten wir einen tollen Überblick über die Stadt.

Blick von oben auf Verona
Blick von oben auf Verona

Wieder unten, stärkten wir uns in einer kleinen Bar bei super leckeren Panini und kalten Getränken. Anschließend ließen wir uns weiter durch die Stadt treiben und besichtigten abschließend die Kirche San Zeno. Dieses schöne große Gotteshaus war eine Wohltat, denn im Inneren hatte es nicht wie draußen über 30° im Schatten. Das anschließende Eis brachte uns wieder auf den Boden der Tatsachen zurück, denn die Kugeln waren klein und der Preis war hoch.

Für heute hatten wir genug gesehen und gingen deshalb zurück in unser Zimmer, um uns auf dem Balkon bei einem kalten Bier auszuruhen.

Und das ist mir nicht bekommen, denn danach hatte ich fürchterliches Bauchweh. So blieb mir schweren Herzens nichts anderes übrig, als meine Greyhounds alleine zur Arena gehen zu lassen. Ich legte mich so lange ins Bett und trank heißen Tee.

Liebe Maus, schade dass du nicht dabei warst, denn du hast einen schönen Abend verpasst. Wir waren zuerst im Olivo essen und gingen danach entspannt rüber zur Arena. Unsere Plätze fanden wir bald und warteten darauf, dass der große Abend beginnen sollte. Ein bisschen enttäuscht waren wir, dass das Publikum die Aufforderung, sich - zumindest im Parkettbereich - festlich zu kleiden, überwiegend nicht umgesetzt hatte. Männer kamen selbst in kurzen Hosen. Wir waren mit unserer Kleidung ganz gut im Mittelfeld angesiedelt und mussten uns nicht schämen.

Punkt 20:45 Uhr begann die Oper Aida. Es war ein Farbenrausch und wir waren begeistert. Trotz der Sitzkissen war es allerdings ganz schön anstrengend, die ganze Zeit still zu sitzen. Dazu kam, dass die Klappstühle nicht besonders bequem waren. Zwar waren zwischen dem ersten und dem zweiten und dem zweiten und dem dritten Akt jeweils etwa 20 Minuten Pause, aber bewegen konnten wir uns in dieser Zeit nicht.

Zum Glück wurde der Text auf Englisch an den Seiten eingeblendet, so dass wir grob den Inhalt verstehen konnten.

Die gesamte Oper dauerte etwa 3 Stunden und kurz nach Mitternacht war es zu Ende. Auf der einen Seite waren wir froh, die Karten gekauft zu haben, denn die Atmosphäre der Arena ist schon etwas besonderes. Auf der anderen Seite werden aus uns bestimmt keine Opernfans, da die Musik oftmals doch sehr getragen daher kommt und einfach das mitreißende Element eines Musicals fehlt.

So war es schon

 

Donnerstag, 30. August 2018

(Verona 0 km)

, als wir ins Bett kamen.

Nach dem Frühstück machten wir uns auf, Verona in einem anderen Teil als gestern zu erkunden. Heute standen der Dom sowie die Basilika Santa Anastasia auf dem Plan. Auch die Fahrt mit dem Aufzug gehörte dazu, um die Stadt von oben sehen zu können.

Ich beobachte den Dom von Verona von oben
Ich beobachte den Dom von Verona von oben

War der Dom schon außergewöhnlich schön ausgemalt und sehr beeindruckend, steigerte die Basilika Santa Anastasia das alles nochmals. Ich war hin und weg von den Malereien sowie der lichtdurchfluteten Gestaltung des Innenraums.

In der Basilica di Santa Anastasia - ich bin überwältigt, ....
In der Basilica di Santa Anastasia - ich bin überwältigt, ....
.... was bei dieser Deckenmalerei kein Wunder ist !
.... was bei dieser Deckenmalerei kein Wunder ist !
Nach dieser Besichtigungstour brauchen wir wieder Panini
Nach dieser Besichtigungstour brauchen wir wieder Panini

In Anbetracht der herrschenden Temperaturen zogen wir uns am frühen Nachmittag auf unseren Balkon zurück und genossen dort die Ruhe bei Cola und Bier. Ich hielt mich dieses Mal etwas zurück, damit ich heute Abend mitgehen kann und nicht wieder wegen Bauchweh ausfalle.

Nachdem wir nochmals ein bisschen durch die Stadt geschlendert waren, stärkten wir uns in einem Straßencafe mit Spritz und Cola. Anschließend gingen wir in eine urige Osteria, wo es Pferdefleischauflauf und selbst gemachte Ravioli gab. Davor aßen wir eingeweichte Gerstenkörner mit irgendwelchen Gewürzen - keine Ahnung, was es genau war, aber es schmeckte lecker.

Unser kleiner Verdauungsspaziergang führte uns zum Grab der Julia. Dieses war in Anbetracht der fortgeschrittenen Zeit natürlich schon geschlossen. Allerdings machte uns das Bild am Eingang keine Lust, morgen nochmals extra hierher zu kommen, um es zu besichtigen. Dafür stand vor dem Gelände eine chinesische Variante von Romeo und Julia.

Die chinesische Variante von Romeo & Julia
Die chinesische Variante von Romeo & Julia
Wieder im Zimmer, packten wir und tranken ein letztes Bier, da es morgen weitergeht. Nach einem TATORT fielen uns ein letztes Mal die Augen in Verona zu.

Freitag, 31. August 2018

(Verona - Ostiglia 79 km)

Gepackt hatten wir schnell und so kamen wir pünktlich um 9:45 Uhr los. Der Himmel war überwiegend bewölkt, so dass angenehme 27° herrschten. Dazu kam ein leichter Wind, der uns allerdings ab und zu genau von vorne auf die Nase blies.

Zunächst mussten wir aus Verona hinausfahren. Hier führte uns unsere Route oftmals entgegen den Einbahnstraßen. Den Italienern war es mehr oder minder egal und irgendwann hatten wir uns auch daran gewöhnt. Unsere vorher abgespeicherte Route führte uns über Landstraßen in weiten Bogen um Verona herum. Ein Hinweisschild auf die Via Claudia Augusta suchten wir vergebens. Stellenweise nervte der Verkehr schon arg, da die Straßen schmal waren. Aber ich passte auf und zeigte meinen Greyhounds immer rechtzeitig die richtigen Abzweigungen.

Etwa 40 km hinter Verona entdeckten wir nach langer Zeit in Sorga mal wieder ein Hinweisschild auf die Via Claudia Augusta. Bis nach Ostiglia sollten wir noch zehn weitere entdecken. Kurz vor Ostiglia führte uns der offizielle Radweg über einen Grasstreifen durch ein Naturschutzgebiet. Unser Radführer hatte uns geraten, diesen nur zu nutzen, wenn es trocken ist. Da die Regenwolken noch weit entfernt waren, wagten wir das Abenteuer.

Durch diese Wildnis sollen wir durch !
Durch diese Wildnis sollen wir durch !
Ich weise von meinem Aussichtsposten aus den Weg
Ich weise von meinem Aussichtsposten aus den Weg

 Wir wurden arg durchgeschüttelt und die Mücken hatten in uns willfährige Opfer gefunden.

Vom Weg abkommen wäre uns nicht gut bekommen
Vom Weg abkommen wäre uns nicht gut bekommen
Geschafft, die Zivilisation hat uns wieder !
Geschafft, die Zivilisation hat uns wieder !
Irgendwann erreichten wir wieder die Zivilisation und schon wenige Kilometer später waren wir in Ostiglia. Hier fanden wir allerdings für ein Abschlussfoto kein Hinweisschild auf die Via Claudia Augusta, so dass wir uns direkt ein Hotel suchten. Nachdem wir ein Zimmer im Hotel Cioe gefunden hatten, gingen wir in die nahe gelegene Gelateria und feierten unsere Ankunft in Ostiglia und 641 Kilometer, die wir auf der Via Claudia Augusta seit Landsberg ohne Probleme zurückgelegt hatten.
Der Lohn für meine Navigatoren-Leistungen ! (Wie soll ich da eine schlanke Taille bekommen ?)
Der Lohn für meine Navigatoren-Leistungen ! (Wie soll ich da eine schlanke Taille bekommen ?)

Nach dieser Eisorgie gingen wir zurück in unser Zimmer und planten die nächsten Tage. Während dessen begann es draußen zu schütten. Was waren wir froh, im trockenen Zimmer sein zu können und nicht auf dem Radweg unterwegs sein zu müssen.

Zum Abendessen gingen wir nach unten in das zur Unterkunft gehörende Restaurant. Eine Speisekarte gab es nicht - die Bedienung ratterte auf italienisch alles herunter, was es gab. So bestellten wir Nudeln und Tomatensalat. Gut war es und satt wurden wir.

Anschließend schrieb ich das Tagebuch, während meine Greyhounds noch ein bisschen lasen.

 

Samstag, 01. September 2018

(Ostiglia - Ferrara 66 km)

Nach einem italienischen Frühstück (bedeutet viel Süßes und nichts Herzhaftes) packten wir zusammen, kauften bei Lidl noch ein paar Flaschen Getränke und radelten los. Der Weg nach Ferrara war sehr einfach zu finden, da wir immer auf dem Damm, welcher entlang des Po führt, fahren konnten.

Ich bin am A...., äh am Po :-)
Ich bin am A...., äh am Po :-)
So, jetzt alle mitraten: Welche Spaghetti mag die Greyhoundin am liebsten ?
So, jetzt alle mitraten: Welche Spaghetti mag die Greyhoundin am liebsten ?

Der Himmel war überwiegend bewölkt und die Temperatur lag bei angenehmen 23 °C. So kamen wir flott voran. Meine Arbeit als Navigator beschränkte sich darauf, ab und zu zu schauen, ob wir noch auf dem richtigen Weg sind.

Bei einem der Getränkestopps unterwegs
Bei einem der Getränkestopps unterwegs
Wir nehmen Abschied vom Po
Wir nehmen Abschied vom Po

Später dann wählten wir den kürzeren Weg nach Ferrara, da wir keine Lust hatten, extra Umwege zu fahren.

In Ferrara fanden wir sehr schnell unser vorgebuchtes Hotel Santo Stefano. Wir duschten kurz und besichtigten anschließend die Stadt.

...und ich wurde wieder übermütig: In der Burg von Ferrara kletterte ich auf diese Kanonenkugeln....
...und ich wurde wieder übermütig: In der Burg von Ferrara kletterte ich auf diese Kanonenkugeln....
....und fand mich kurze Zeit später bei der Polizei hinter Gittern wieder. Aber meine Greyhounds holten mich wieder raus.
....und fand mich kurze Zeit später bei der Polizei hinter Gittern wieder. Aber meine Greyhounds holten mich wieder raus.

Nachdem wir genug gesehen hatten sowie uns mit Eis und kalten Getränken gestärkt hatten, gingen wir zurück zum Hotel. Dort machten wir uns fertig für das Abendessen.

Einem Tipp des Hotels folgend, gingen wir zum nahe gelegenen Restaurant „Cusina e Butega“.  Dort bekamen wir noch einen Tisch, obwohl wir nicht reserviert hatten. Das Essen war sehr lecker, auch wenn wir uns angesichts der vielen Kleinkinder mehr wie in einer Kindertagesstätte als in einem Restaurant vorkamen. Aber unsere italienischen Mitbürger sind in dieser Beziehung anders als wir gestrickt. Dass Kinder auch ruhig bei Tisch sitzen können, bewies das italienische Paar am Nachbartisch, dessen beide Kleinkinder ruhig aßen und nicht zur „Freude“ der Kellner durch das Restaurant liefen.

Wieder im Hotel, beschlossen wir Drei, morgen den Wecker auf 7 Uhr zu stellen. Zum einen haben wir bis Ravenna eine lange Strecke vor uns und zum anderen wollen wir dort noch ein bisschen die Stadt besichtigen.

 

Sonntag, 02. September 2018

(Ferrara - Ravenna 85 km)

Heutiges Motto: möglichst schnell von Ferrara nach Ravenna kommen !
Heutiges Motto: möglichst schnell von Ferrara nach Ravenna kommen !

Wie vereinbart, standen wir um 7:00 Uhr auf. Das italienische Frühstück in unserem Hotel hielt uns nicht lange auf, auch wenn es Mortadella und Salami gab. Aber insgesamt war es eben nur die italienische Variante eines Frühstücks.

Um kurz nach acht kamen wir los und ich hatte die ehrenvolle Aufgabe, die Greyhounds auf möglichst ruhigen Nebenstrecken nach Ravenna zu lotsen. Gemäß der Wettervorhersage für heute sollte es immer sonniger werden, je mehr wir uns Ravenna nähern.

Eigentlich hatten wir vor, nur jeweils jede Stunde zu halten, um etwas zu trinken. Aber bei einem großen Sonnenblumenfeld musste ich unbedingt stoppen.

Passt nicht meine Fellfarbe perfekt zu den Sonnenblumen ?
Passt nicht meine Fellfarbe perfekt zu den Sonnenblumen ?

Um die Mittagszeit erreichten wir das kleine Örtchen Anita, welches sich seinerzeit zu Ehren der Frau von Garibaldi umbenannt hatte. Wir hatten Glück, denn die einzige Bar im Ort wollte in 10 Minuten schließen. Die Besitzerin war aber so nett, uns noch die hiesige Spezialität Piadina zuzubereiten. Es ist eine Art Fladenbrot, welches wir mit Schinken und Tomaten füllen ließen. Das Ganze wird warm serviert und schmeckt einfach nur lecker. Dazu aßen wir Eiscreme und tranken Coca-Cola beziehungsweise Zitronen-Limonade.

Solchermaßen gestärkt, kam als Nächstes Highlight für uns der Parco Delta del Po.

Am Parco Delta del Po, bei dem wir kurze Zeit später....
Am Parco Delta del Po, bei dem wir kurze Zeit später....
.... mit einer kleinen Fähre einen Seitenarm überqueren mußten
.... mit einer kleinen Fähre einen Seitenarm überqueren mußten

Kurz nach 14:00 Uhr erreichten wir Ravenna. Unsere vorgebuchte Unterkunft, die Casa Masoli, liegt ganz in der Nähe der Sehenswürdigkeiten von Ravenna. Der Besitzer kam sehr schnell und zeigte uns unser wunderschön eingerichtetes Zimmer. Nachdem wir geduscht hatten, machten wir uns bei warmem und sonnigem Wetter auf, die Stadt zu besichtigen. Unseren ersten Stopp machten wir bei dem Mausoleo di Galla Placidia und der Basilika di San Vitale, wo wir auch das Kombiticket für die anderen Sehenswürdigkeiten kauften. Leider durften wir für die Fotos kein Stativ benutzen, aber unsere sehr lichtstarken Objektive halfen uns, dennoch schöne Fotos zu machen.

Ich bestaune die Mosaiken in der Basilica di S. Vitale
Ich bestaune die Mosaiken in der Basilica di S. Vitale

Nach einer eiskalten Stärkung ging es weiter.

Ich bin als Kühlerfigur bei diesem kleinen Auto viel zu groß
Ich bin als Kühlerfigur bei diesem kleinen Auto viel zu groß

Unser nächstes Ziel war die Basilika San Apollinare Nuovo. Auch diese Basilika beeindruckte uns mit ihren Mosaiken. Hier hielten wir uns länger auf, denn die vielen Frauen- und Männergestalten unterschieden sich alle voneinander.

Und auch hier bin ich sehr beeindruckt von den Mosaiken in der Basilica S. Apollinare Nuovo
Und auch hier bin ich sehr beeindruckt von den Mosaiken in der Basilica S. Apollinare Nuovo

Mittlerweile hatte sich der Himmel eingetrübt und es drohte, kräftig zu regnen. So machten wir, dass wir weiterkamen. Unseren nächsten Stopp legten wir in der Basilika di San Francisco ein. Hier steht ein Teil der Kirche unter Wasser. Allerdings kann man sehr schön die darunter liegenden Mosaike sehen. Als kleiner netter Nebeneffekt schwimmen Goldfische in diesem Wasser.

Direkt nebenan ist das Grab von Dante. Hier schauten wir allerdings nur kurz hinein, da eine große Touristenschar davor stand.

Auf unserem Weg zum Battistero Neoniano fing es an zu regnen. So beeilten wir uns, halbwegs trocken dorthin zu kommen.

Im Battistero Neoniano hatte es - wen wundert es - auch sehr schöne Mosaike. Das Ganze erinnerte uns an den griechisch-orthodoxen Stil. Leider war es auch hier nicht möglich, Fotos zu machen, ohne ein Stativ zu benutzen. Anschließend gingen wir in das Museo Arcivescovile e Cappella di Sant'Andrea. Die Kirche selbst war nicht so beeindruckend. Das angeschlossene Museum hätten wir normalerweise links liegen lassen, aber mittlerweile schüttete es draußen wie aus Kübeln. So nutzten wir die Regenpause und bildeten uns weiter. Als der Regen etwas nachgelassen hatte, kauften wir kurzerhand einen kleinen Regenschirm und gingen unsere Unterkunft zurück.

Für das Abendessen nutzten wir einen Tipp unseres Gastgebers und gingen in das Restaurant "La Gardèla". Spezialität dort sind unter anderem die Cappellettis.

Cappelletti in Brühe - lecker !
Cappelletti in Brühe - lecker !

Aber auch andere leckere Sachen gab es, so dass wir pappsatt wieder zurück zur Unterkunft gingen. Hier schrieb ich Tagebuch, während meine Greyhounds lasen. Anschließend fielen wir in einen tiefen Schlaf, denn der heutige Tag war anstrengend gewesen.

 

Montag, 3. September 2018

(Ravenna - San Marino 80 km)

Hätten wir gewusst, was uns heute erwartet - ich glaube nicht, dass wir nach San Marino gefahren wären. Aber der Reihe nach:

Nach dem Aufstehen und einem sehr leckeren Frühstück, welches keine Wünsche offen ließ sowie einer Flasche Prosecco (meine Greyhounds haben heute Hochzeitstag) packten wir die Sachen zusammen und fuhren los. Hinter Ravenna mussten wir an einer viel befahrenen Straße entlang. Ich konnte nichts dafür, aber meine Greyhounds gaben mir zu verstehen, dass die Route gestern besser gewesen ist. Aber was soll ich machen, wenn dies der direkte Weg Richtung San Marino ist.

Irgendwann wurde es auch besser und wir konnten auf wenig befahrene Landstraßen wechseln.

Dabei kamen wir auch durch ein hübsches Wäldchen, welches intensiv nach Nadelwald duftete und richtig beschaulich war. 

Kurz vor Cesenatico erreichten wir die Adria und meine Greyhounds nahmen ihr erstes Bad im relativ warmen Wasser. Während die beiden im Wasser planschten, baute ich mir eine kleine Sandburg.

Ich versuchte aber auch, auf einer Boje zu balancieren und ....
Ich versuchte aber auch, auf einer Boje zu balancieren und ....
.... mich als Rettungsschwimmer zu betätigen
.... mich als Rettungsschwimmer zu betätigen

Alle 3 waren wir erschrocken über die Anzahl der Sonnenliegen, die zum Glück für uns kaum belegt waren. Wir wollten uns nicht vorstellen, was hier los ist, wenn alle Liegen besetzt sind. In diesem Zusammenhang machte ich meine Greyhounds darauf aufmerksam, dass es zur Zeit der Geburt des Greyhounds etwa 2 Milliarden Menschen auf der Welt gegeben hatte. Heute knapp 60 Jahre später sind es viermal soviel - und ein Ende der Vermehrung ist nicht absehbar. Hätten wir Mäuse uns genauso vermehrt, würden alle von einer Plage sprechen. So aber beklagen sich nur alle über die vielen Touristen bzw. den überhand nehmenden Ressourcenverbrauch, ohne aber über eine geringere Anzahl von Nachkommen nachzudenken. Aber ich wollte keine trübe Stimmung aufkommen lassen und schlug deshalb vor, weiter zu fahren. Unterwegs stoppten wir bei einem Supermarkt und kauften uns die Zutaten für Schinkenbrötchen.

Und dann begann der Aufstieg nach San Marino. Zunächst ging es gemächlich bergan. Dann aber bekamen wir den Schock: 18 % Steigung sollte es hinauf gehen. Da streikten meine Greyhounds und schoben lieber ihre Fahrräder, denn bei 27 °C machte es keinen Spaß, sich den Berg hoch zu quälen.

Und in diesem Stile ging es weiter. Wir quälten uns auf insgesamt über 500 Höhenmeter hoch. Dies waren echte Höhenmeter, da wir auf Meeresniveau gestartet waren.

Unterdessen hatte sich der Himmel bewölkt und es begann in der Umgebung zu regnen. Bald schon waren die Gewitterwolken über uns und als wir San Marino erreicht hatten, begann es zu regnen. In Anbetracht dessen, dass wir bereits über 500 Höhenmeter in den Waden hatten, entschieden wir uns, für die letzten 150 Höhenmeter die Seilbahn zu nehmen. Wir hatten nämlich erst jetzt realisiert, dass unser Hotel mit am höchsten Punkt von San Marino liegt. Oben angekommen, irrten wir zunächst eine Zeit lang durch die engen Gassen, ehe wir uns den Weg zum Hotel Cesare erklären ließen. Dort angekommen, waren wir so fertig, dass wir nach dem Duschen nur noch in das hoteleigene Restaurant gegangen sind. Nach einem reichlichen Mahl gingen wir wieder in unser Zimmer und fielen ins Bett. Eigentlich ist heute in San Marino Nationalfeiertag und es sind einige Abendveranstaltungen einschließlich eines Feuerwerkes kurz vor Mitternacht geplant. Dafür waren meine Greyhounds allerdings zu fertig. So ging ich alleine um 23:30 Uhr auf den Balkon und schaute mir das Feuerwerk an. Es war eigentlich nichts besonderes, aber aufgrund der Berg- und Tallage knallte es ganz schön laut. Ich spürte richtig ein Zittern in meinem "kleinen" Bauch. Anschließend ging ich auch ins Bett und fand meine Greyhounds schon tief schlafend vor.

 

Dienstag, 4. September 2018

(San Marino 0 km)

Nach den anstrengenden Tagen ließen wir es heute ruhig angehen. Nach einem ausgiebigen Frühstück gingen wir zunächst zur Tourist Information. Dort bekam der Greyhound einen für ein Jahr gültigen Schwerbehindertenausweis für San Marino, der uns freien Eintritt in die Museen, freie Fahrt mit der Seilbahn und den Bussen sowie andere Annehmlichkeiten ermöglicht. Wir testeten den Ausweis gleich und fuhren mit der Seilbahn nach unten.

Eindeutig bin ich kleiner als 120 cm und darf somit gratis mit der Seilbahn fahren
Eindeutig bin ich kleiner als 120 cm und darf somit gratis mit der Seilbahn fahren
Da wir von unten allerdings keine guten Bilder von dem Berg machen konnten, fuhren wir anschließend gleich wieder nach oben.

Wir haben zwei Tage Zeit, weshalb wir uns heute ein bisschen durch die Stadt treiben ließen und den Regierungssitz sowie die Basilika besichtigten.

Der Regierungssitz von San Marino
Der Regierungssitz von San Marino
Die Basilika von San Marino
Die Basilika von San Marino

Die Altstadt von San Marino besteht aus sehr vielen kleinen Geschäften. Wir hatten allerdings keine große Lust, shoppen zu gehen. Deshalb stärken wir uns mit Eis und kauften anschließend Brötchen und alkoholfreies Bier, um uns auf der Terrasse unseres Hotels auszuruhen. Aus diesem kurzen Ausruhen wurde insgesamt eine Siesta von fast 2 Stunden. Anschließend gingen wir noch mal durch das kleine Städtchen und machten einige Fotos im warmen Sommerlicht.

... ich kann eben nicht anders :-)
... ich kann eben nicht anders :-)
Die Zeit bis zum Abendessen verbrachten wir im Zimmer, lasen und dösten ein bisschen.

Das Abendessen nahmen wir in einem Restaurant um die Ecke ein. Es kostete nur halb so viel wie gestern Abend und war genauso lecker. Vielleicht gehen wir morgen Abend wieder dorthin.

Anschließend schauten wir uns zu dritt den TATORT vom letzten Sonntag an. Danach endete dieser erholsame Tag.

 

Mittwoch, 5. September 2018

(San Marino 0 km)

Auch heute ließen wir den Tag geruhsam angehen.

Auf dem Plan stand für uns die Besichtigung der drei Türme beziehungsweise kleinen Burgen, die das Bild des Titano-Felsens von San Marino prägen. Aufgrund des gestern ausgestellten Sonderausweises kamen wir in alle Sehenswürdigkeiten gratis rein. Von den Burgen hatten wir einen schönen Blick ins Tal, auch wenn die Burgen selber relativ schnell besichtigt waren. Der dritte Turm kann gar nicht von innen besichtigt werden sondern markiert lediglich das Endziel eines kleinen Spaziergangs.

Ich freue mich auf unsere heutige kleine Tour
Ich freue mich auf unsere heutige kleine Tour
Ich habe mir die Kamera des Greyhound ausgeliehen :-)
Ich habe mir die Kamera des Greyhound ausgeliehen :-)
Jeder Turm hat auf der Spitze eine Straußenfeder - so kann ich sie besser sehen
Jeder Turm hat auf der Spitze eine Straußenfeder - so kann ich sie besser sehen
Wir haben einen schönen Rundgang gehabt
Wir haben einen schönen Rundgang gehabt

Nach dieser "anstrengenden" Tour versorgten wir uns wieder mit leckeren Panini sowie alkoholfreiem Bier und genossen diese auf der Terrasse unseres Hotels. Danach hieß es für uns Siesta machen.

Gut ausgeruht, machten wir einen kleinen Rundgang durch die Stadt und konnten das Spektakel erleben, wenn Rennmotorradfahrer in die Stadt kommen. Die Feinstaubbelastung in San Marino stieg innerhalb von Sekunden um ein vielfaches.

Ins beschauliche San Marino kamen einige Motorradrennfahrer - und ließen natürlich die Hinterreifen ihrer Rennmaschinen zur Freude der Zuschauer durchdrehen :-)
Ins beschauliche San Marino kamen einige Motorradrennfahrer - und ließen natürlich die Hinterreifen ihrer Rennmaschinen zur Freude der Zuschauer durchdrehen :-)
Gruppenbild der Rennfahrer
Gruppenbild der Rennfahrer

Nach diesem Spektakel suchten wir uns ein nettes Straßencafe und genossen die letzten Strahlen der Sonne.

Als es Zeit zum Abendessen wurde, entschieden wir spontan, dasselbe Restaurant wie gestern aufzusuchen. Wieder war es lecker und mit vollen Bäuchlein gingen wir für eine letzte Nacht in San Marino in unser Zimmer zurück.

 

Donnerstag, 06. September 2018

(San Marino - Rimini 32 km)

Am Horizont liegt Rimini und damit das Ende unserer Tour :-(
Am Horizont liegt Rimini und damit das Ende unserer Tour :-(
Nach dem Aufstehen und Frühstück packten wir unsere Räder und fuhren nach zwei Tagen des "Nichtstuns" endlich wieder los. Die Augen des Greyhounds leuchteten, als er auf dem Sattel saß !

Die heutige Strecke war nicht besonders lang. Unterwegs hielten wir mehrfach an, um einen letzten Blick auf San Marino zu werfen.

Die Sausefahrt hat mir sehr gut gefallen. Meine Ohren klappten oftmals nach hinten - so schnell waren wir zeitweise. Da ich mich im Fahrradkörbchen des Greyhounds aber sicher fühlte, konnte ich die rasante Abfahrt von 600 Höhenmeter auf 0 Höhenmeter gut genießen.

In Rimini kamen wir kurz vor 12:00 Uhr an. Zunächst schauten wir, wo der Bahnhof ist und wie wir morgen unsere Räder auf den Bahnsteig bringen. Anschließend fuhren wir zu unserem vorgebuchten Hotel Cobalto.

Da wir sehr früh dran waren, gingen wir gleich an den Strand und mieteten uns zwei Komfortliegen. Es war herrlich, die Sonne und das Meer zu genießen. Zum Thema "bevölkerter Strand" hatte ich ja schon einmal meine Meinung gesagt und werde deshalb jetzt nichts dazu sagen.

Wir sind am sog. "Teutonengrill" (der mittlerweile fest in russischer Hand ist)
Wir sind am sog. "Teutonengrill" (der mittlerweile fest in russischer Hand ist)
Der Greyhound und ich beobachten das Strandleben
Der Greyhound und ich beobachten das Strandleben

Am späten Nachmittag bewölkte sich der Himmel und der Wind frischte auf. Der Greyhound erklärte mir dies mit dem See-Land-Wind: tagsüber saugt das heiße Land die kalte Luft über dem Meer an. Deshalb weht der Wind bis zum Nachmittag immer kräftiger werdend vom Meer in Richtung Land. Erst gegen Abend wird es ruhiger. Er ist halt doch ein alter Seebär und kann alles immer so schön erklären !

Durch den Wind wurde uns kalt und wir gingen ins Hotel, duschten uns und suchten den nächsten Supermarkt, um uns für die morgige Zugfahrt Brötchen und Getränke zu besorgen. Als wir den Supermarkt verließen, regnete es. Wir zogen deshalb unser Abendessen vor und stärkten uns in einer Pizzeria. Lecker war es und die Menge war mehr als ausreichend für das, was wir heute geleistet haben.

Wieder im Zimmer, packten wir und richteten alles für die morgige Zugfahrt her.

 

Freitag, 7. September 2018

(Zugfahrt Rimini - München)

Nach dem Aufstehen warfen wir einen letzten Blick auf den in der Morgensonne daliegenden Strand. Anschließend frühstückten wir. Das Frühstücksbuffet war sehr reichhaltig und hatte alles, was unser Herz begehrte. Zudem gab es für die Faulen schon fertig belegte kleine Brötchen. Da sie sehr lecker aussahen, waren wir eben auch faul.

Nach dieser Stärkung sattelten wir ein letztes Mal auf dieser Tour unsere Räder und fuhren überwiegend am Strand entlang und auf einem ruhigen Fahrradweg 4 Kilometer zum Bahnhof.

Wir waren früh dran und hatten somit alle Zeit, unsere Räder per Aufzug auf den Bahnsteig 5 zu bringen.

Wir warten auf den Zug
Wir warten auf den Zug

Als der Zug einfuhr, gingen wir brav zum Fahrradabteil. Es blieb jedoch geschlossen, weshalb der Greyhound bei einem Schaffner nachfragte. Von dort kam die Auskunft, dass das Fahrradabteil wegen einer Reservierung geschlossen bliebe - für unsere Räder seien die zwei einzigen Plätze im Zug in einem anderen Wagen reserviert. Also brachte der Greyhound schnell die Räder dorthin und schloss sie an - und dann fuhr der Zug auch schon ab !

Wir hatten uns Plätze in der ersten Klasse gebucht, was sich als weise Entscheidung herausstellte: in der zweiten Klasse fehlten aufgrund technischer Probleme zwei Waggons, weshalb viele Reisende auf den Gängen ausharren mussten. Wir aber hatten Glück und konnten die Fahrt genießen. In Verona stieg ein kanadisches Paar zu. Wir kamen mit ihnen ins Gespräch und so verging die Zeit wie im Flug, äh im Zug.

Gegen 18:30 Uhr erreichten wir München, holten unsere Räder und fuhren 5 Kilometer zu unserem vorgebuchten Hotel „Petri“. Kaum hatten wir die Räder untergestellt, begann es zu regnen. Was haben wir für ein Glück !

Nach dem Abendessen in einer nahe gelegenen Gaststätte gingen wir ein letztes Mal in fremden Betten schlafen. Und damit endet eine tolle unfallfreie Tour über die Alpen nach 968 Kilometer. Morgen fahren wir wieder heim und der Alltag wird uns wiederhaben. Aber gedanklich werden wir noch oft an die Berge, die Sonne, die beeindruckenden Bauwerke, die Menschen unterwegs und die Mühen bergauf sowie die teils rauschenden Abfahrten bergab denken. Und soviel schon vorab: Wir wären nicht die Greyhounds on Tour, wenn nicht schon die nächste Tour - sei es mit Fahrrad, Auto, Schiff oder Flugzeug - geplant wäre !