USA III

(Portland

-

New York)

 

Impressionen unserer Reise von Portland nach New York: Den Abschluss unserer Reise bildeten große Städte und wenig Landschaft. Vor allem New York beeindruckte uns mit seinen Wolkenkratzern, aber auch mit der grünen Lunge des Central Park.

 

Montag, 18. April 2016

 

Heute heißt es für uns Abschied nehmen von Kanada. Der Himmel ist anscheinend auch traurig über unsere Abreise, denn er hat sich etwas eingetrübt.

Auf der Fahrt an die Grenze haben wir unsere letzten 8,65 CAD in Benzin umgesetzt und damit unser restliches kanadisches Geld ausgegeben. Je näher wir der Grenze zu den USA kamen, umso einsamer wurde die Gegend. Bäume, soweit das Auge reicht und alle paar Kilometer ein Warnschild, dass hier Elche unverhofft die Straße queren können. So sehr wir uns auch anstrengten, wir sahen aber keine Elche :-(

An der Grenze angekommen, wurden wir sehr nett begrüßt, da uns der Zollbeamte im ersten Augenblick für Amerikaner hielt. Überhaupt ist es eine sehr nette Geste der Zollbeamten, die einreisenden US-Bürger mit einem „Herzlich Willkommen zurück in den USA“ zu begrüßen. Wir sind allerdings (leider) keine US-Bürger, weshalb er, als er unsere europäischen Pässe sah, uns nach dem bisherigen Reiseverlauf, unserem Ziel und unseren Absichten, in den Nahen Osten zu reisen, befragte. Er war aber sehr freundlich und nach ein bißchen Smalltalk waren wir wieder in God’s own Country.

Hinter der Grenze blieb die Landschaft wie in Kanada, nur dass jetzt noch ein paar zugefrorene Seen dazu kamen.

Winterliche Stimmung am Lake Parlin
Winterliche Stimmung am Lake Parlin

In Bingham tankten wir und stärkten uns im lokalen Kiosk mit leckeren Sandwiches. Anschließend fuhren wir nach Lewiston im Bundesstaat Maine, da es dort einen sehr schönen Wasserfall geben sollte. Der Himmel zog sich während der Fahrt immer weiter zu, was unsere Aussicht auf farbenfrohe Bilder etwas minderte. In Lewiston angekommen, erwies sich der Wasserfall als ein müdes Rinnsal. So fuhren wir ohne einen Stopp gleich Richtung Portland (Maine) weiter. Mit etwas Suchen fanden wir unser Hotel „Quality Inn“. Dank einem Gutscheinheft aus der Tourist-Information bekamen wir hier einen Sonderpreis. Zusätzlich erhielten wir kostenfrei ein größeres Zimmer, da wir mittlerweile Stammkunden der Choice-Hotelkette sind.

Unser Abendessen gab es in einem Restaurant der „Olive Garden“-Kette. Wie schon in der Vergangenheit war es auch hier sehr lecker und reichhaltig.

Vor dem Einschlafen sahen wir noch den dritten und letzten Teil des Filmes „Gettysburg“ an.

 

Dienstag, 19. April 2016

 

In der Nacht hatte es geregnet. Selbst beim Frühstück war der Himmel noch grau und die Straße nass. So fuhren wir nach den letzten sonnigen Tagen ein bißchen deprimiert los, um Portland zu besichtigen.

Am Hafen angekommen, stellten wir unser Auto zunächst in ein teures Parkhaus. Nachdem wir in der Tourist-Information waren und uns dort Tipps - auch zu einem kostengünstigeren Parkplatz geholt hatten, stellten wir unseren Wagen um. Anschließend gingen wir zum „Bahnhof“ der Schmalspureisenbahn, die am Ufer entlang auf einem kleinen Stück verkehrt. Bis zur Abfahrt des Zuges besichtigten wir das dazu gehörende Museum.

Maus testet ein Schienenauto, entscheidet sich dann aber  für.......
Maus testet ein Schienenauto, entscheidet sich dann aber für.......
.....die Dampflok - auch wenn ihr schönes Fell dabei ganz schwarz wurde.
.....die Dampflok - auch wenn ihr schönes Fell dabei ganz schwarz wurde.

Und dann ging es los: Mit Fauchen und Stampfen setzte sich der kleine Zug in Bewegung. Wir hatten uns Plätze in der besseren Klasse ausgesucht - da diese nicht mehr kosteten als die Sitze in den anderen Waggons, war es egal.

Greyhoundin und Maus warten auf die Abfahrt des Zuges.
Greyhoundin und Maus warten auf die Abfahrt des Zuges.

Nach einer netten kleinen Zugfahrt waren wir wieder am Startpunkt zurück und marschierten in die Stadt. Mittlerweile war es Mittag geworden und unsere Mägen meldeten ein Hungergefühl. Mit einem Sandwich der altbekannten Art im Bauch begannen wir die Besichtigung von Portland. Die Stadt war am 04. Juli 1866 komplett niedergebrannt - wahrscheinlich feierten die Bürger den Feiertag 04. Juli damals zu sehr mit Feuerwerk :-) Alle Bauten stammten deshalb aus der Zeit ab 1866. Sagen wir mal so: Der Rundgang war ganz nett, aber besondere Eindrücke bekamen wir nicht.

Zu unserem Glück riß der Himmel immer mehr auf, so dass wir wenigstens ein bißchen die Sonne genießen konnten. Als es kurzzeitig nach Regen aussah, stärkten wir uns in einem Starbucks. Nach dem Kaffee schien die Sonne mehr oder weniger durchgängig, weshalb wir uns entschieden, zum Leuchtturm „Portland Head Light“ zu fahren. Er gehört zu den meist fotografierten Leuchttürmen Amerikas - und tatsächlich, er sieht wirklich sehr schön aus !

Nach diesem tollen Abschluss der Stadtbesichtigung von Portland fuhren wir ins Hotel und ruhten uns aus. Das Abendessen gab es wieder im „Olive Garden“ - warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute ist so nahe. Anschließend lasen wir noch ein bißchen und schliefen dann ein.

 

Mittwoch, 20. April 2016

 

War das schön beim Aufwachen ! Der Himmel strahlte im tiefsten Blau und die Sonne schien. Nach dem Frühstück fuhren wir deshalb noch einmal schnell zum Leuchtturm „Portland Head Light“, um das Morgenlicht für ein paar Fotos zu nutzen.

Nach diesem schönen Start in den Tag war unser nächstes Ziel Portsmouth. Im Internet hatten wir nach einer Tourist-Information gesucht und waren bei „Discover New England“ fündig geworden. Als wir dort ankamen, erwies sich dies nicht als Informationsstelle für Portsmouth, sondern als Zentrale für den Tourismus allgemein. Dennoch versorgte uns die Geschäftsführerin mit einigen Unterlagen und zeigte uns den Weg zur Tourist-Information bei der Handelskammer. Auch dort waren wir nicht ganz richtig, aber mit einer weiteren Karte bewaffnet, waren wir bestens für einen Spaziergang durch die drittälteste Stadt Amerikas gerüstet.

Nachdem wir unser Auto in einem Parkhaus des alten Stadtkerns abgestellt hatten, gingen wir in die eigentliche Informationsstelle und schauten uns ein Video über Portsmouth an. Anschließend spazierten wir durch die Straßen mit den alten Holzhäusern.

Die meisten davon sahen wirklich schön aus, aber wie sollen wir Fotos davon machen, wenn überall die Stromleitungen kreuz und quer vor den Häusern hängen ? Da noch keine Saison war, war auch das „Strawbery Banke Museum“ geschlossen. Gut für unseren Geldbeutel, da wir keine Eintrittskarten kaufen mußten, aber schlecht für uns, denn dort hätten wir viele der ältesten Gebäude besichtigen können. Nach einem Rundgang hatten wir auf die allgegenwärtigen Hummerangebote keine Lust und wollten uns bei Subway stärken - aber so ein Mist, der Laden hatte wegen Umbau geschlossen ! Wir gingen deshalb in ein veganes Restaurant und stärkten uns dort mit zwei Wraps und Beerensmoothies. Es war nicht schlecht, hätte aber preiswerter sein können.

Anschließend wollten wir die Kirche besichtigen. Aber auch hier galt: Es ist noch keine Saison ! Wir standen deshalb vor verschlossenen Türen. Unseren Frust bekämpften wir in einem Süßwarenladen mit unverschämt süßen Marchmellows mit Schokolade und gesalzenem Karamell. Anschließend ging es uns mental besser - gut, unser Bauch fand die geballte Ladung Süßes nicht so toll, denn er meldete sich anschließend mehrere Male :-(

Da es in Portsmouth nichts weiter zu besichtigen gab, fuhren wir an den Jenness State Beach. Dort machten wir einen ausgiebigen Strandspaziergang in der Sonne bei kühlem Wind und nahmen ein bißchen Sand des Staates New Hampshire für unsere Sammlung mit.

Unsere Weiterfahrt Richtung Boston wurde kurz hinter der Grenze zu Massachusetts in Salisbury am Strand unterbrochen, denn auch hier holten wir etwas Sand. Er ist vollkommen anders als der Sand von Jenness, obwohl beide Orte nur etwa 20 Kilometer voneinander entfernt sind.

Unser heutiges Ziel war Wakefield nördlich von Boston, da eine Cousine der Greyhoundin dort wohnt.

Dank unserem elektronischen Helferlein fanden wir die angegebene Adresse sehr schnell. Nett wurden wir auf deutsch und englisch begrüßt. Nach dem Abendessen gab es noch viel zu erzählen, bis wir ins Bett kamen.

 

Donnerstag, 21. April 2016

 

Sonne, Sonne, Sonne ! Dazu soll es bis zu 25 Grad warm werden ! Wenn das keine tollen Aussichten für heute sind !

Wir hatten gestern über das Internet einen Parkplatz in einem Parkhaus in Boston vorgebucht. Dank unseres elektronischen Helferleins fanden wir ihn schnell. Die Parkbuchten waren sehr eng, aber da wir keinen Panzer haben und nicht ganz ungeübt sind, schafften wir es problemlos, das Auto in die Bucht zu quetschen.

Bis zur Tourist-Information war es nicht weit. Dort holten wir uns einen Plan, um den quer durch die Stadt verlaufenden „Freedom Trail“ abgehen zu können. Er ist perfekt ausgeschildert - eine rote Linie markiert den Weg.

Unser erstes Ziel war das Massachusetts State House. Schon von Weitem sahen wir die goldene Kuppel.

Statt auf die nächste Führung zu warten, erkundeten wir die sehr schönen Innenräume auf eigene Faust.

Unser weiterer Weg führte uns an der ersten öffentlichen Schule von Boston vorbei. Dort stand die Plastik eines Esels. Unsere Maus erinnerte uns daran, dass der Esel seit 1828 das Sinnbild für die Demokraten ist. Andrew Jackson wurde seinerzeit von seinen politischen Gegnern als Esel bezeichnet. Er machte sich nichts daraus und zeigte fortan auf seinen Wahlkampfplakaten einen Esel. 1874 malte ein Cartoonist einen Elefanten als Sinnbild für die Republikaner - seitdem ist dieses Tier das Synonym für die Republikaner. Sieh an, unsere Maus !

Maus auf dem Esel der Demokraten
Maus auf dem Esel der Demokraten

Der abwechslungsreiche Weg führte uns an vielen Sehenswürdigkeiten von Boston vorbei. Von den Kirchen waren wir etwas enttäuscht, denn diese waren im Innenraum nur in schlichtem Weiß gehalten. Dafür konnten wir neben der Old North Church live erleben, wie die Unabhängigkeitserklärung 1776 gedruckt worden war.

Maus an der Druckplatte für die Unabhängigkeitserklärung von 1776.
Maus an der Druckplatte für die Unabhängigkeitserklärung von 1776.

Zwei Personen schafften etwa 2.000 Ausfertigungen an einem Tag ! Im Raum nebenan gab es Trinkschokolade zu probieren, so wie sie im 18. Jahrhundert getrunken wurde.

Maus läßt sich zum wiederholten Male die Herstellung von Trink-Schokolade zeigen.
Maus läßt sich zum wiederholten Male die Herstellung von Trink-Schokolade zeigen.

Beim Copp’s Hill Friedhof genossen wir den Überblick über den Hafen wie schon viele Generationen vor uns.

Unser Weg führte uns auch zum Bunker Hill Monument. Es erinnert an eine Schlacht zwischen Patrioten und Engländern im Jahr 1775, die die Patrioten gewonnen hatten. Der Sieg beflügelte sie dermaßen, dass sie zu einem ernst zu nehmenden Gegner für die Engländer wurden. Wir erklommen das Monument in Form eines Obelisken und 294 Stufen später sowie 221 Fuß höher hatten wir einen freien Blick über ganz Boston. Keuch !

Die Skyline von Boston - von der Spitze des Bunker Hill Memorial aus gesehen.
Die Skyline von Boston - von der Spitze des Bunker Hill Memorial aus gesehen.

Den Abschluß des „Freedom Trails“ bildete die USS Constitution, auch „Old Ironsides“ genannt. Dieser älteste und größte noch schwimmende militärische Rahsegler ist mittlerweile ein National Monument, weshalb unser Parkpass-Büchlein einige Stempel bekam. Leider wird das Schiff gerade überholt, so dass wir nur eine große Baustelle besichtigen konnten.

Nach diesem Marsch durch die Stadt waren wir etwas fußlahm. So gingen wir gemächlich zurück zum Auto. Unterwegs aßen wir in einem italienischen Restaurant zu Abend.

Die Fahrt nach Wakefield zur Cousine der Greyhoundin verlief ohne Staus. So kamen wir noch frühzeitig an und konnten den Abend mit Spielen mit den Kindern, aber auch Gesprächen beenden. So ging ein schöner Tag in einer tollen Stadt zu Ende.

 

Freitag, 22. April 2016

 

Im Gegensatz zu gestern war der Himmel bedeckt. Aber schon am Morgen waren es angenehme 14 Grad. Mal schauen, wie sich der Tag entwickelt.

Unser erstes Ziel war das Bunker Hill Monument, da wir gestern noch keine Stempel in unser Parkpass-Büchlein gemacht hatten. Anschließend fuhren wir zur Harvard-Universität, denn unsere schlaue Maus hat es sich redlich verdient, ihr Wissen auch nach außen zu dokumentieren. Und was passt da besser als ein Shirt der berühmten Universität ? Wir fanden nach einigem Suchen eines, welches ihr wie auf den Leib geschneidert passt.

Maus mit ihrem neuen Shirt.
Maus mit ihrem neuen Shirt.

Ab sofort kann nun jeder erkennen, dass es sich um eine schlaue Maus handelt.

Auf unserem weiteren Weg Richtung Süden kamen wir an einem Hinweisschild vorbei, welches auf den Adams National Historical Park hinwies. Wir erreichten als Erstes sein altes Haus am Peace Field, parkten unser Auto und fuhren mit dem Trolleybus der Nationalpark-Verwaltung zum Visitor-Center. Für die Tour um 13:15 Uhr waren noch zwei Plätze frei. Die Zeit bis dahin vertrieben wir uns mit dem Mittagessen. Anschließend wurden wir mit dem Trolleybus zum Geburtshaus des zweiten Präsidenten der USA, John Adams, sowie des sechsten Präsidenten der USA, John Quincy Adams, gefahren. Die Häuser stehen dicht beieinander und sehen sich sehr ähnlich. Der Parkranger erzählte uns einiges aus dem Leben von Vater und Sohn. Auch konnten wir die beiden Holzbauten besichtigen - aber leider vom Innenraum keine Fotos machen, da dies verboten ist. Dafür schien mittlerweile die Sonne. So waren wenigstens ein paar Fotos der Außenansicht möglich.

Anschließend fuhren wir zum Altersruhesitz von John Adams, dem sogenannten „Alten Haus am Friedensfeld“.

Dieses wurde von ihm und seinen Nachfahren bis etwa 1920 bewohnt und anschließend der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Einige Umbauten erfolgten zwar im Laufe der Zeit, aber das Schlafzimmer sowie der Sessel von John Adams, in dem er am 50. Jahrestages der Unabhängigkeitserklärung einen Schlaganfall erlitt und anschließend starb, waren im Originalzustand erhalten. Übrigens starb an diesem 4. Juli auch Thomas Jefferson, der dritte Präsident der USA, in seinem Heim in Monticello. Ein seltsamer Zufall !

Nach Besichtigung der zum Haus gehörenden Bibliothek mit über 13.000 Büchern fuhren wir weiter nach New Bedford. Dort marschierten wir sofort zum Visitor-Center der Nationalparkverwaltung. Hier konnten wir neben den begehrten Stempeln für unser Buch auch einen Film über den Walfang des 19. Jahrhunderts sehen. Er war ganz interessant gemacht !

Für einen Stadtrundgang hatten wir keine Lust, denn die Häuser ähneln sich in New England sehr. Außerdem wollen wir morgen in Newport mindestens eines der besonders schönen Exemplare besichtigen. So schenkten wir uns den Rundgang und fuhren nach New Port/Middletown, Rhode Island. In der „Travellodge“ bekamen wir ein Zimmer und bereiteten uns auf das Abendessen vor.

Dem Tipp der Rezeptionistin folgend, wollten wir im Restaurant „Ida’s“ essen. Aber es dauerte einige Zeit, bis wir das Restaurant fanden. Unsere Mühe wurde aber mit einem leckeren Essen und einem abschließenden Espresso belohnt.

Wieder im Zimmer, schauten wir noch die „Heute-Show“ an und verschwanden anschließend im Bett.

 

Samstag, 23. April 2016

 

Grau in grau - so präsentierte sich der Himmel heute morgen. Ok, dann wird es heute nichts mit der Wanderung am Strand. Machen wir eben einen Besuch bei Vanderbilts - mal schauen, wie sie so wohnten.

Das 1894 in zwei Jahren gebaute Haus „The Breaker“ fanden wir schnell. Einen Parkplatz zu finden, war dagegen gar nicht so einfach. Aber mit ein bißchen Suchen fanden wir dann doch noch einen. Durch das „Cottage“ - wie das 13.000 Quadratmeter große Sommerhaus der Vanderbilts verniedlichend genannt wird - geht man alleine. Eine geführte Tour ist nicht nötig, da jeder Besucher einen Kopfhörer und darüber jeden Raum erklärt bekommt.

Verschwenderische Pracht im Haus "The Breakers"
Verschwenderische Pracht im Haus "The Breakers"

Peter durfte seine LEICA mitnehmen und einsetzen, da sie vom Aufsichtspersonal als minderwertig und einem Handy gleichwertig klassifiziert wurde. Spiegelreflexkameras sind verboten, denn damit könnte man ja gute Fotos machen. Wenn die wüßten, was hinter dem Namen LEICA steckt :-)

Schon der Empfangssaal haute uns um: Französische Schlösser in ihrer ganzen Pracht sind nur ein müder Abklatsch dieser Halle. Marmor, Blattgold, Stuck - und das ganze in XXL ! Wir waren baff ! Es waren keine Kosten und Mühen gescheut worden, einen Sommer-Palast zu errichten, der seinesgleichen suchte. Zwar bauten andere Millionäre zur selben Zeit auch ihre Sommersitze in Newport, kamen aber nicht an die Pracht von „The Breaker“ heran. Um Zeit zu sparen, wurde die Inneneinrichtung von mindestens einem Zimmer in Frankreich zusammengebaut, wieder auseinander genommen, nach Amerika verschifft und dort in den bestehenden Rohbau eingefügt. Als das Haus an die Denkmalverwaltung ging, wunderten sich die Konservatoren, warum manche der großflächigen silberfarbenen Wandverkleidungen nicht dunkler werden. Eine Untersuchung brachte ans Licht, dass es sich um reines Platin handelte - und Platin läuft nicht an. Die Beleuchtung wurde elektrisch ausgeführt. Da Mister Vanderbilt aber im Falle eines Stromausfalles nicht im Dunkeln sitzen wollte, war jeder Kronleuchter zusätzlich mit einem Gasbetrieb ausgestattet. Die Bäder hatten vier Wasserhähne - je zwei für Süßwasser und Salzwasser. Das ganze Gebäude läßt sich nur mit dem Begriff „bombastisch“ beschreiben. Die Größe der Zimmer war beeindruckend, denn sie glichen mehr kleinen Sälen als normalen Zimmern. Es gab ein Musikzimmer mit Platz für über 20 Gäste, ein Billardzimmer, einen Lesesalon, ein Frühstückszimmer, ein Speisezimmer, ein Arbeitszimmer - und das alles im Erdgeschoss. Im Obergeschoss waren die diversen Schlafzimmer mit den einzelnen Bädern. Die Wanne für den Hausherrn war aus einem Marmorblock gehauen worden und mußte mehrmals gefüllt werden, bis der Marmor die Temperatur des Wassers angenommen hatte.

Maus bei Vanderbilts auf dem Rand der Marmor-Badewanne.
Maus bei Vanderbilts auf dem Rand der Marmor-Badewanne.

Nach jedem Bad wurden die Handtücher gewechselt. Zweimal am Tag wurde die Bettwäsche gewechselt, denn nach dem Mittagsschlaf war sie nicht mehr schön glatt. Eine solche Verschwendung können wir uns als Normalsterbliche gar nicht vorstellen. Bis zu sieben Mal wurde am Tag die Garderobe gewechselt, denn Golf, Segeln, Essen, …. verlangten nach passender Kleidung.

Die Küche war ein sehr großer Raum, um die mehrgängigen Speisen immer zeitgerecht parat zu haben.

Maus bei Vanderbilts in der Küche
Maus bei Vanderbilts in der Küche

Die Bediensteten wohnten im Haus, waren aber „unsichtbar“ da sie gesonderte Zugänge hatten. Überhaupt galt, dass nur die Butler im Haus zu sehen waren. Die weiblichen Bediensteten hatten unsichtbar zu bleiben.

Diesen Luxus konnte der Erbauer einen Sommer lang erleben. Dann bekam er einen Schlaganfall und starb mit 56 Jahren. Seine Nachkommen nutzten das Haus noch bis 1936. Nach einem 10-jährigen Dornröschenschlaf wurde es ab 1946 für Besucher geöffnet.

Diese geballte Ladung Pracht mußten wir erst einmal verdauen und gingen deshalb nach der Besichtigung essen. Als „arme Besucher“ reichte es bei uns aber nur für Subway :-) Anschließend fuhren wir den Scenic Ocean Drive. Ein bißchen enttäuscht waren wir, denn oftmals hatten wir keinen Blick auf den Ozean, sondern „nur“ auf andere prächtige Häuser. Auch klappte unser Versuch, die altersschwache Weste des Greyhound würdig zu beerdigen nicht, denn ständig kamen uns andere Menschen in die Quere. So fuhren wir über die große Pell-Bridge an den Bonnet-Strand zwischen Saunderstown und Narragansett. Dort übergaben wir die Weste nach neun treuen Jahren der Begleitung der Erde.

Ein letzter Blick, bevor Sand sie für immer bedeckt :-(
Ein letzter Blick, bevor Sand sie für immer bedeckt :-(

Ein bißchen schwer wurde es dem Greyhound ums Herz, als er sie in die Erde legte, aber der Stoff war auf der fast einjährigen Reise so brüchig geworden, dass eine Reparatur beim besten Willen nicht mehr möglich war. Wir hatten deshalb alle wiederverwendbaren Teile abgetrennt, damit diese auf die neue Weste genäht werden können. So wird uns auf unseren weiteren Reisen die Nachfolgeweste als schwarzes Ebenbild der „alten“ Weste begleiten. Mal schauen, wie lange diese hält.

Der weitere Weg nach Mystic war ohne besondere Vorkommnisse und so erreichten wir unser gebuchtes Hotel „Quality Inn“ gegen Abend. Wir müssen für die Übernachtung nichts bezahlen, da wir unsere bei früheren Übernachtungen gesammelten Punkte einsetzen konnten.

Heute räumten wir beim Hotel unser Auto komplett leer, denn morgen müssen wir es in New York abgeben. Nachdem dies erledigt war, gingen wir über die Straße und ließen es uns bei einem Italiener gut schmecken. Danach buchten wir noch Tickets für das One World Trade Center in New York und gingen schlafen.

 

Sonntag, 24. April 2016

 

Heute schien wieder die Sonne und machte uns richtig Lust auf unser heutiges Ziel: Die Besichtigung von Mystic Seaport, einem Museumsdorf am Wasser mit historischen Schiffen. Einen kostenfreien Parkplatz bekamen wir direkt vor dem Eingang. Nachdem wir aufgrund unserer ADAC-Karte den reduzierten Eintrittspreis bezahlt hatten, besichtigten wir die einzelnen Häuser. Zum Glück war noch keine Saison, weshalb nur wenige Menschen das Dorf bevölkerten.

Die Häuser waren alle im originalen Zustand.

Straßenszene im Mystic Seaport.
Straßenszene im Mystic Seaport.

Manche der hier angestellten Personen waren verkleidet und erzählten aus ihrem fiktiven Leben im 19. Jahrhundert.

Im Planetarium nahmen wir an einer Vorführung des Sternenhimmels teil. Sehr interessant erklärte der Sternenwart den Himmel.

Wir geniessen im Treworgy Planetarium die Vorführung des Sternenhimmels.
Wir geniessen im Treworgy Planetarium die Vorführung des Sternenhimmels.

Wir hatten richtig Spaß an der Vorführung, die nach einer halben Stunde (leider) schon beendet war.

In einem der Häuser war ein lustiges kleines Kegelspiel aufgebaut, bei dem man mit kleinen Holzkreiseln möglichst viele Kegel umwerfen mußte. Es gab aber auch Minus-Punkte, wenn man die falschen Kegel umwarf. Das Ergebnis bei uns war durchwachsen :-)

Höhepunkt der Tour war die Besichtigung eines alten Walfangschiffes.

Maus mit einer auf ihre Größe abgestimmten Kanone.
Maus mit einer auf ihre Größe abgestimmten Kanone.

Unter Deck mußten wir gut aufpassen, uns nicht den Kopf anzuschlagen, denn die Deckenhöhe war sehr gering. Heutzutage „duftet“ das Schiff nach Holz. Wir wollten uns aber nicht vorstellen, wie es während der Walfangsaison gestunken hat.

Nachdem wir alle Häuser einmal besichtigt hatten, stärkten wir uns und gingen noch einmal eine kurze Runde, um Bilder zu machen.

Maus bekommt die Ohren gewaschen.
Maus bekommt die Ohren gewaschen.

Danach fuhren wir Richtung New York.

Je näher wir der Stadt kamen, umso stärker wurde der Verkehr. Ab New Haven war es oftmals nur noch Stopp and Go.

In New York fanden wir sehr leicht die Abgabestation von Alamo. Dort gaben wir nach unfallfreien 14.982 km unseren treuen Begleiter der letzten 70 Tage ab. Insgesamt waren wir 223,5 Stunden gefahren, was einem Stundenschnitt von 67 km entspricht.

Ein Taxi brachte uns für 78 $ nach Manhattan. Für die 25 Kilometer lange Strecke benötigte es fast eine Stunde. Der Verkehr kam uns sehr stark vor. Unser Fahrer meinte aber nur, dass dies normal sei. Beim vorgebuchten Hotel „Comfort Inn“ angekommen, bezogen wir unser Zimmer. Die erste Nacht kostet uns nichts, da wir dafür wieder gesammelte Punkte einlösen. Leider reicht es nicht für mehr, weshalb wir die übrigen drei Nächte bezahlen müssen.

Das Abendessen nahmen wir im Restaurant „Bea“ ein. Die Großmutter der Besitzerin hieß Beatrice - daher kommt der Name und für uns war es deshalb klar, dass wir hier essen werden. Der Bedienung passierte ein netter Lapsus: Sie begrüßte uns beide mit einem schwungvollen „Hi, Girls“. Als sie sah, dass es nur ein „Girl“ war, war es ihr ganz schön peinlich. Uns war es egal, denn mit einem Lacher hatten wir die Situation schnell entspannt. Das Essen war lecker und preislich ok.

Wieder im Zimmer, buchten wir per Internet eine Schiffstour um Manhattan. Eine Besteigung der Freiheitsstatue war nicht mehr möglich, da die Tickets bis August 2016 ausgebucht sind. Anschließend schliefen wir zum ersten Mal in New York ein. Etwas wehmütig ist uns jetzt schon, denn in vier Tagen endet unsere Tour um die Welt und der Alltag wird uns wieder in Deutschland einholen :-(

 

Montag, 25. April 2016

 

Der Himmel über New York war blau und wir freuten uns auf unsere heutige Fahrradtour durch den „Big Apple“.

Nach dem Frühstück gingen wir durch die Straßenschluchten von New York zum BROMPTON-Laden. Auf dem Weg dorthin kamen wir an der St. Patrick’s Kathedrale vorbei. Da wir früh dran waren, gingen wir hinein. Eine helle, freundliche Kirche empfing uns.

Die St. Patrick's Kathedrale in Manhattan.
Die St. Patrick's Kathedrale in Manhattan.

Es gab kaum dunkle Ecken oder Wandvertäfelungen. Alles war luftig leicht gestaltet. Wir genossen den Aufenthalt in diesem schönen Gotteshaus.

Beim BROMPTON-Laden angekommen, bekamen wir problemlos zwei Fahrräder ausgeliehen. Eigentlich umfasst die Miete 24 Stunden. Wir können uns mit der Rückgabe aber bis morgen Abend Zeit lassen - somit haben wir die Räder faktisch zwei tage zum Preis von einem bekommen.

Wider Erwarten, gibt es in New York viele Fahrradstreifen. So kamen wir uns im Verkehr nicht besonders bedrängt vor. Im Central Park nutzten wir den Fahrradweg, der in Einbahnrichtung gegen den Uhrzeigersinn durch den Park führt.

Mit den BROMPTON im Central Park
Mit den BROMPTON im Central Park

Er ließ sich gut fahren, aber wir fanden es schade, nicht auf den schmalen Wegen durch das Grüne fahren zu können, denn diese waren für Fußgänger reserviert. Mehrere Schilder wiesen auch darauf hin, dass bei widerrechtlicher Nutzung des Fußgängerweges eine Geldbuße fällig wird.

Unterwegs stoppten wir im New York Historical Society Museum. Wir hatten gelesen, dass dort ein Film über die Entwicklung von New York gezeigt wird. Leider kann man den Film nur sehen, wenn man den Eintritt von 20 $ pro Person bezahlt. Wir haben es gemacht, stellten aber im Nachhinein fest, dass es den Preis nicht wert war. Der Film dauerte nur 18 Minuten und das Museum war ein Sammelsurium von diversen Ausstellungsstücken. Naja, so haben wir eben ein wenig die Kunst unterstützt.

Nach der Rundtour durch den Central Park, der im übrigen eine grüne Oase inmitten der Stadt ist, fuhren wir über die Queensboro Bridge auf die andere Seite. Dort ging es weiter in den Stadtteil Brooklyn, da wir gelesen hatten, dass es ein Café für BROMPTON-Fahrradfahrer gibt. Wir fanden es auch relativ schnell - und waren enttäuscht: Das viel gepriesene Café stellte sich als Platten- und CD-Geschäft heraus. In einer Ecke war das Café untergebracht - und das war es !

Im BROMPTON-Café in Brooklyn
Im BROMPTON-Café in Brooklyn

Dazu lief laute Musik, die nicht immer unser Geschmack war. Da wir aber hungrig waren, aßen wir ein paar süße Teilchen und tranken dazu Milchkaffee.

Für den Rückweg nach Manhattan fuhren wir durch Brooklyn. Uns kamen sehr viele orthodoxe Juden entgegen. Es scheint deren bevorzugtes Wohnviertel zu sein. Das Bibelwort „Seid fruchtbar und mehret Euch“ nehmen sie anscheinend sehr ernst, denn jedes Paar war von einer Schar Kinder umringt. So wird Brooklyn wohl bald aus allen Nähten platzen.

Nach Überquerung der Williamsburg-Brücke waren wir wieder in Manhattan und fuhren am Ufer entlang zum Fort Clinton. Wir kamen gerade noch rechtzeitig, um uns dort einen Stempel für unser Büchlein abzuholen.

Die Weltreise-Maus mit einem Teil der besuchten Länder vor dem One World Trade Center
Die Weltreise-Maus mit einem Teil der besuchten Länder vor dem One World Trade Center

Durch das sonnige New York ging es weiter entlang des Ufers am Hudson River, bis wir unser Hotel querab hatten. Nach 40 Kilometern geradelter Strecke waren wir wieder im Zimmer und ruhten unsere müden Knochen aus. Kein Wunder - sind wir doch fast ein Jahr nicht mehr Fahrrad gefahren. Mal schauen, wie es uns morgen geht.

Für das Abendessen gingen wir über die Straße in das italienische Restaurant „Don Giovanni“. Das Essen war gut, aber rechnen konnte der Kellner nicht: Der Rechnungsbetrag lautete auf 67 $. Seiner Meinung nach wären 10 % Trinkgeld 12 $ und 20 % Trinkgeld 14 $ gewesen. Keine Ahnung, wie er auf diese Beträge kommt. So gaben wir 8 $ Trinkgeld und gingen.

Im Bett schauten wir noch den „Tatort“ von gestern Abend an und schliefen danach ein.

 

Dienstag, 26. April 2016

 

Ein trüber Himmel zeigte sich uns beim Blick aus dem Fenster. So zogen wir uns warm an und strampelten mit den BROMPTON am Hudson River entlang zum Denkmal für General Grant. Unterwegs kamen ein Tropfen vom Himmel, aber dabei blieb es  zum Glück. Nachdem wir uns etwas verfahren hatten, fanden wir das geschmückte Denkmal dann doch. Zu unserem Leidwesen war es heute geschlossen :-( So gab es keinen Stempel !

Die nebenan liegende Riverside Kirche, welche durch eine großzügige Spende von Mr. Rockefeller, jr. ermöglicht worden war, schauten wir uns nur kurz an, denn der gesamte Altarraum war aus Renovierungsgründen verdeckt.

Nach einer Runde durch den Central Park stellten wir die Räder wieder im Hotelzimmer ab und gingen zum Pier 83. Unterwegs lösten wir bei Subway einen Teil der bislang gesammelten Punkte ein und stärkten uns mit den lieb gewonnenen Sandwiches.

Pünktlich um 14:30 Uhr legte das Schiff der Circle Line ab und die Umrundung von Manhattan begann. Das erste Ziel war die Freiheitsstatue. Leider war der Himmel bedeckt und der Wind stark, weshalb wir keine besonders schönen Fotos machen konnten. Aber für die Erinnerungsfotos reichte es doch !

Die ganze Umrundung von Manhattan dauerte 2,5 Stunden. Unterwegs begann es stellenweise heftig zu regnen. So bestaunten wir die Wolkenkratzer eben durch die Glasscheiben aus der sicheren Innenkabine.

Nach der Schiffstour gingen wir wieder zurück zum Hotel. Zum Glück regnete es nur noch ganz leicht. So kamen wir wenigstens fast trocken an. Im Zimmer schnappten wir unsere Räder und brachten sie zum Fahrradladen zurück. Heute waren wir damit schon wieder 26 Kilometer unterwegs gewesen. Der Muskelkater von gestern hielt sich zum Glück in Grenzen. Beatrice hatte allerdings Probleme mit ihrem Ellenbogen, hielt aber durch.

Nachdem wir über die exklusive (in dem Fall vor allem teure) Einkaufsmeile Fifth Avenue wieder zum Hotel zurück gelaufen waren, stärkten wir uns in einem thailändischen Restaurant. Anschließend schauten wir ein paar Bilder durch.

 

Mittwoch, 27. April 2016

 

Heute ist unser 333. Reisetag - und gleichzeitig auch der vorletzte Tag der Weltreise :-( Der Himmel zeigte sich entsprechend in grau, denn er fühlte mit uns den Schmerz.

Auf dem Broadway spazierten wir durch die Menschenmenge Richtung Süden. Die Hochhäuser um uns herum gaben uns das Gefühl, ganz klein zu sein. Gleichzeitig merkten wir, dass wir nicht für diese großen Städte geschaffen sind. Es ist zwar schön, sich das ganze Gewusel für einige Tage anzusehen, aber schöner ist es, in freier Natur umher zu streifen. Wohnen wollten wir beide nicht in einer großen Stadt, denn dieser Krach und die Hektik - Gott bewahre uns davor !!

Maus ist der Krach in den Straßen auch zu viel. Sie flüchtet deshalb in den Arm der Freiheitsstatue.
Maus ist der Krach in den Straßen auch zu viel. Sie flüchtet deshalb in den Arm der Freiheitsstatue.

Unser erstes Ziel war das Geburtshaus von Theodor Roosevelt. Wir hatten zwar gelesen, dass es wegen Renovierung geschlossen ist, aber wer weiß, vielleicht ist doch eine „Notbesetzung“ da. Unser Wunsch ging nicht in Erfüllung - und damit gab es auch keinen Stempel im Parkpass-Büchlein :-(

Anschließend schlenderten wir ein bißchen über den Farmer’s Markt am Union Square. Interessant war, dass der hier angebotene Honig von den Hausdächern New York’s stammt. Aber die Imker haben das Problem, dass das weltweite Bienensterben auch hier keinen Halt macht. So wird es in Zukunft wahrscheinlich immer schwerer, Honig zu produzieren.

Nach einem kurzen Abstecher zum Washington Square Park gingen wir zum African Burial Ground. Ursprünglich waren dort über 10.000 freie und versklavte Schwarze beerdigt worden. Bei Bauarbeiten stieß man auf einige Skelette und beerdigte symbolisch 37 Skelette neu. Gleichzeitig wurde ein Denkmal errichtet und in einem Visitor-Center die Geschichte der Schwarzen in New York erzählt. Es war sehr bedrückend, dies zu sehen - aber der bedrückendste Teil des heutigen Tages sollte noch kommen.

Als wir wieder draussen waren, hatte die Sonne die Wolken vertrieben und ein blauer Himmel ließ die Stadt gleich viel freundlicher erscheinen. So konnten wir ein paar schöne Fotos an der City Hall und dem dazu gehörenden Park machen. Es war ein bunter Kontrast zwischen den farbenprächtigen Tulpen und den Häuserfassaden.

Nach einer leckeren Stärkung in einer Kopie von Subway kamen wir zur St. Paul’s Kapelle. Diese kleine Kirche steht direkt neben der Stelle, an der die beiden World Trade Center Türme bis 2001 standen. Nach dem Anschlag vom 9. September war sie für neun Monate Zufluchtsort und Ruhestation für die Helfer und Überlebenden. Viele Schautafeln und Bilder erzählten die damaligen Ereignisse. Um die kleine Kirche herum lag zentimeterhoch Asche, Papier und sonstige Überreste der beiden eingestürzten Türme. Es war einfach nur schlimm, diese Bilder zu sehen ! Viele der Besucher hatten Tränen in den Augen.

Nach diesem sehr bedrückenden Erlebnis gingen wir zur Federal Hall. Ehemals Sitz der britischen und später der ersten amerikanischen Regierung, gehört es heute zur Nationalparkverwaltung.

Maus an der Safe-Tür in der Federal Hall
Maus an der Safe-Tür in der Federal Hall

Wir kamen gerade rechtzeitig, um eine sehr gute Führung mit zu erleben und damit wieder auf andere Gedanken zu kommen. Der Ranger erzählte gut verständlich die Geschichte des Hauses und wie nach Einführung der Steuer auf Papier die Loslösung der amerikanischen Kolonien von Großbritannien begann.

Am Ground Zero besichtigten wir die Stellen, an denen die beiden Türme des World Trade Center gestanden hatten. Es sind zwei Wasserbecken, die von den Namen der damals Getöteten umrandet werden. An einigen Namen waren Blumen angebracht worden. Trotz der vielen Besucher herrschte eine beeindruckende Stille.

Maus mit einem Feuerwehrmann der Station am Ground Zero.
Maus mit einem Feuerwehrmann der Station am Ground Zero.

Da bis zum Beginn der Auffahrt auf die Besucherplattform des One World Trade Center noch etwas Zeit war, besichtigten wir zunächst den fast fertigen Bahnhof Oculus. Ein futuristisches Äußeres, was wie zwei Flügel eines Vogels aussieht, wölbt sich über einem unterirdischen Bahnhof. Wenn alles einmal fertig ist, sieht es bestimmt gut aus. Anschließend stärkten wir uns mit einem Kaffee. Danach gingen wir zum Eingang des One World Trade Centers. Das „One“ im Namen steht nicht als Sinnbild für eine Welt, sondern zählt einfach die Anzahl der Türme. Turm 1 und 4 sind bereits fertig, Turm 2 und 3 werden noch gebaut.

Die Fahrt mit dem Aufzug zur Aussichtsplattform ging sehr schnell vorbei - immerhin gehört er zu den Schnellsten der Welt. Während der Fahrt wurde eine Animation der Entwicklung von New York von damals bis heute gezeigt.

Maus and friends im One World Trade Center.
Maus and friends im One World Trade Center.

Die Rundumsicht auf die Stadt war dank des blauen Himmels und der Sonne sehr schön. Um die Gebäude besser identifizieren zu können, hatten wir uns ein iPad ausgeliehen. Nachdem wir New York von oben ausgiebig gesehen hatten, fuhren wir mit der Metro zurück zum Hotel.

An unserem letzten Abend in New York gingen wir noch einmal zu „Bea“ und streichelten unser Bäuche von innen mit leckeren Speisen.

Danach packten wir die Koffer, suchten eine Metroverbindung zum Flughafen und gingen schlafen.

 

Donnerstag, 28. April 2016

 

"Geschlafen haben wir beide nicht so gut - wahrscheinlich lag es an der Vorfreude, der Aufregung oder an beidem." Mit diesem Satz begann vor 334 Tagen unser Reisetagebuch. Heute nun ist der letzte Tag angebrochen - und der Satz gilt auch heute wieder. Zwar hält sich unsere Vorfreude auf die Rückkehr nach Deutschland in Grenzen, aber ein bißchen sind wir aufgeregt, was uns erwarten wird: Wie wird es im Beruf klappen, wie haben sich Freunde und Bekannte verändert, wie wird uns die Eingewöhnung gelingen ?

Aber noch haben wir fast einen halben Tag, um New York zu erkunden. Liebe Arbeitskollegen von Peter haben uns einen Gutschein für das Rockefeller Center geschenkt. Diesen wollen wir heute bei sonnigem Wetter einlösen.

Das Rockefeller Center ist innen ganz anders als die übrigen Türme: Viele Geschäfte reihen sich in Gängen aneinander, die mit Malereien und überlebensgroßen Plastiken geschmückt sind. Alles wirkt aufgrund der gelblichen Farbgebung etwas dunkel. Unsere Tickets hatten wir schnell - und anders als im One World Trade Center wird peinlich genau auf die Zeit geachtet, die auf dem Ticket vermerkt ist.

Nach einem einführenden Film über die Entstehung des Gebäudes sowie den berühmten Weihnachtsbaum fuhren wir mit dem Aufzug ganz hoch. Oben gab es zwei Aussichtsplattformen, um Manhattan und New York von oben sehen zu können.

Maus besichtigt das Empire State Building.
Maus besichtigt das Empire State Building.
Wir sind ganz oben auf dem "Top of the Rock".
Wir sind ganz oben auf dem "Top of the Rock".

Besonders den Central Park konnten wir gut sehen. Noch vor zwei Tagen waren wir dort geradelt !

Nachdem wir uns ausgiebig satt gesehen hatten und ein Beweisbild an die lieben Kollegen Isabelle, Marco und Harald gemailt hatten, fuhren wir wieder nach unten, um noch ein paar Bilder des Gebäudes zu machen.

Maus mogelt sich wie einst Forest Gump in berühmte Bilder.
Maus mogelt sich wie einst Forest Gump in berühmte Bilder.

Der Besuch hatte länger gedauert als geplant, weshalb wir zum Hotel zurück gingen und unsere Taschen holten. Und dann begann eine kleine Odyssee, die so nicht geplant war: Gestern Abend hatten wir eine Metro- und Airtrainverbindung zum JFK-Flughafen gefunden, die uns in einer Stunde für insgesamt 15 $ dorthin bringen sollte. Wir kommen also an der Metrostation in der Nähe des Hotels an und steigen am richtigen Gleis in die erste einfahrende Metro ein, ohne genau zu schauen, wohin diese fährt. Nach einiger Zeit wunderten wir uns, dass die Umsteigestation nicht angezeigt wird, aber die Endhaltestelle nur noch vier Stationen entfernt ist. Also raus aus dem Zug, durch den engen Ausgang der Drehtür mit den Taschen gequetscht, rüber zum anderen Bahnsteig, dort wieder durch die Drehtüren quetschen und auf den nächsten Zug zurück warten. Dass diese Aktion natürlich zusätzliche Tickets kostet, ist ja klar. Aber unsere Metrokarte hatten wir ja geladen.

An der nächsten größeren Station stiegen wir wieder aus, um uns zu orientieren. Ein Anruf bei der Metro-Information half uns weiter. So stiegen wir in die nächste Bahn und fuhren eine gefühlte Ewigkeit zurück. Es ist ja nicht so, dass wir unbegrenzt Zeit haben, denn der Flieger hat feste Abflugzeiten. Zum Glück haben wir schon per Internet eingecheckt, so dass wir etwas entspannter sein können. Entgegen dem Ratschlag eines netten Mitreisenden, wie wir fahren sollten, entschieden wir uns, dem Rat der Auskunft zu folgen. Es erschien uns schneller. Der hilfsbereite Mitreisende meinte dann nur "good luck". Das baute uns nicht gerade auf :-(

Nach einem erneuten Zugwechsel waren wir in der richtigen Metro, die uns zur Airtrainstation brachte. Dort mußten wir unsere Metrokarte nochmals nachladen, weshalb die gesamte Tour dann 22 $ kostete. Immer noch deutlich billiger als ein Taxi für 80 $.

Der Airtrain brachte uns zum Terminal 8. Aufgrund unseres Umweges waren wir nicht zwei Stunden vor Beginn des Boardings, sondern nur 1,5 Stunden davor am Schalter von Air Berlin. Unser Gepäck wog nicht zu viel und nach dem Passieren der Sicherheitsschleuse kamen wir endlich dazu, uns zu stärken.

Mit einer halbstündigen Verspätung aufgrund Wartens hoben wir Richtung Düsseldorf ab.

Nach einer ruhigen Nacht landeten wir am 

 

Freitag, 29. April 2016

 

gegen 7:30 Uhr in Düsseldorf. Gepäck vom Band holen, Zugticket lösen und ab ging es nach Hause. Gegen 10 Uhr kamen wir wieder in unserer Wohnung an und machten uns einen Espresso aus den Kaffeebohnen, die wir bei der Besichtigung der Kaffeeplantage in Boquete in Panama bekommen hatten uns seitdem mit uns herum trugen.

 

Und so endete unser Reise-Traum ! Jetzt müssen wir uns wieder an das Leben eines Arbeitnehmers gewöhnen - freuen uns aber schon auf die nächste Reise, ohne zu wissen, wohin es uns dann verschlagen wird.